Laufer Mühle
Warum Bayern bei der Suchthilfe bundesweit Maßstäbe setzt
- Gabriele Klaußner, stellvertretende Landrätin, Heinz (Bewohner), Ute Salzner, Kreisrätin und Bezirksrätin, Nicole Kramer, Bereichsleitung Medizin, MdB Dr. Konrad Körner, Aileen Zöbelein, Sozialdienst, Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Philipp Nechwatal, Sozialdienst, Daniela Flügel-Utz, Einrichtungsleiterin, Marco Halbritter, Einrichtungsleiter, sowie Caro (Bewohnerin (v.li.).
- Foto: Privat
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Neuer Bundesdrogenbeauftragter lobt Einrichtung in Adelsdorf
Erfolgreiche Suchthilfe endet nicht mit einer Therapiestunde. Sie braucht Strukturen, die Menschen dauerhaft Halt geben und einen konsequenten Weg, der den Betroffenen teilweise viel abverlangt, sie aber zugleich in einer starken Gemeinschaft auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben begleitet. Wie das gelingen kann, davon haben sich der Bundestagsabgeordnete Dr. Konrad Körner und der Bundesdrogenbeauftragte Prof. Dr. Hendrik Streeck bei einem Besuch der Laufer Mühle in Adelsdorf überzeugt.
Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigte sich beim Rundgang über das Gelände und in den Gesprächen mit Bewohnern und Mitarbeitern. Für Prof. Dr. Hendrik Streeck ist die Laufer Mühle ein Beispiel dafür, warum Bayern bei Suchthilfe, Prävention und Therapie bundesweit hervorragend aufgestellt ist. Deutlich wurde, dass das Konzept weit über die eigentliche Therapie hinausgeht. Die Bewohnerinnen und Bewohner gestalten ihren Alltag aktiv mit, arbeiten im Hofbetrieb, in der Landwirtschaft oder in der Bäckerei und finden durch feste Strukturen sowie das Leben in der Gemeinschaft Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Die Verantwortlichen erläuterten, dass die Laufer Mühle bewusst auf einen konsequenten therapeutischen Ansatz setzt. Ziel ist ein dauerhaft drogenfreies Leben und vollständige Abstinenz. Dieser Weg ist anspruchsvoll, hat sich aus ihrer Sicht aber über viele Jahre bewährt.
„Wer Menschen dauerhaft aus der Sucht helfen will, muss ihnen mehr bieten als eine Therapie. Erfolgreiche Suchthilfe braucht Gemeinschaft, Eigeninitiative und einen klar strukturierten Alltag, der die Menschen fordert. Genau solche Konzepte müssen wir weiter stärken”, betonte Dr. Konrad Körner.
Der Besuch machte aber auch deutlich, vor welchen Herausforderungen die Suchthilfe künftig steht. Die Verantwortlichen der Laufer Mühle berichteten, dass die zunehmende Verbreitung synthetischer Cannabinoide die Einrichtungen vor neue Herausforderungen stellt. Immer neue Wirkstoffe erschweren den Nachweis, da bestehende Testverfahren nicht alle Substanzen zuverlässig erfassen können. Prof. Dr. Hendrik Streeck machte zudem deutlich, dass sich durch die Teillegalisierung von Cannabis wichtige Zugänge zur Frühintervention bei Jugendlichen verändert haben. Wer heute wegen Cannabiskonsums auffalle, erhalte deutlich seltener frühzeitig Beratung und Unterstützung, da die Weiterleitung durch Polizei, Justiz und Jugendgerichtshilfe entfallen sei.
Zum Abschluss dankte Dr. Konrad Körner dem Team der Laufer Mühle für die offenen Gespräche und die Einblicke in ihre tägliche Arbeit. „Einrichtungen wie die Laufer Mühle geben Menschen nicht nur Hilfe, sondern echte Perspektiven. Dieses Erfolgsmodell verdient unsere volle Unterstützung!”
Die Sozialen Betriebe der Laufer Mühle GmbH betreiben auch das SozialKaufhaus in Eckental-Forth.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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