Vogel des Jahres 2027
Die Mehlschwalbe fliegt zum Sieg
- Mehlschwalbe im Flug
- Foto: Josef Baumgartner - LBV Bildarchiv
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Über 21.000 Menschen aus Bayern haben bei der Vogelwahl mitgemacht
Sie baut ihre Nester unter unseren Hausdächern, verbringt den Sommer in Dörfern und Städten und ist doch immer seltener zu sehen: Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027. Mit 67.050 Stimmen (45,2 Prozent) hat sie sich gegen die vier anderen Kandidaten durchgesetzt. Insgesamt beteiligten sich über 148.000 Menschen an der öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und seines bundesweiten Partners NABU. Mehr als 21.000 Stimmen kamen aus Bayern. Für den Trauerschnäpper entschieden sich 33.181 Wählende (22,3 Prozent), der Kolkrabe kam auf 22.587 (15,2 Prozent), die Wasseramsel auf 16.074 (10,8 Prozent). Auf dem letzten Platz landet der Kranich mit 9.614 Stimmen (6,5 Prozent). "Die Mehlschwalbe lebt seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich mit uns Menschen unter einem Dach. Doch genau dort wird es für sie zunehmend schwierig: Nester werden unerlaubt entfernt und an modernen Gebäuden fehlen geeignete Nistplätze", erklärt Franziska Back, Sprecherin des LBV. Gleichzeitig macht ihr der Rückgang der Fluginsekten zu schaffen. "Das Jahr der Mehlschwalbe wollen wir deshalb nutzen, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie wir ihr direkt vor unserer eigenen Haustür helfen können."
- Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027.
- Foto: Zdenek Tunka - LBV Bildarchiv
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Der neue Jahresvogel wurde in Abwesenheit gekürt – er überwintert derzeit Tausende Kilometer weit weg, in Afrika, südlich der Sahara. Erst Anfang April kommen die Mehlschwalben zurück zu uns, um zu brüten. Auch wenn nach dem bekannten Sprichwort eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, gelten sie als Vorboten der warmen Jahreszeit.
Mit dem Slogan "Auf gute Nachbarschaft" ist die Mehlschwalbe ins Rennen um den Titel zum Vogel des Jahres 2027 gegangen. Denn als Gebäudebrüter lebt sie in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Mehlschwalben sind etwa 14 Zentimeter groß und haben einen kurzen, leicht gegabelten Schwanz. Oberseite und Flügel sind schwarz, wobei Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Unterseite und Bürzel leuchten weiß wie Mehl – daher stammt auch ihr Name. Mehlschwalben sind gesellig: Sie brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen anzutreffen. Sie bauen runde, nahezu geschlossene Lehmnester an Gebäuden unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen und an Felswänden in Nischen. Ein solches Nest besteht aus bis zu 1.500 Lehmkügelchen, die die Schwalben in Pfützen sammeln. Insekten fangen sie im Flug oft in großer Höhe.
- Mehlschwalben sammeln am Rande einer Pfütze Baumaterial für ihre Nester.
- Foto: Dr. Christoph Moning - LBV Bildarchiv
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Mehlschwalben stehen deutschlandweit und in Bayern als gefährdete Art auf der Roten Liste. "Helfen kann man dem neuen Jahresvogel, indem man seine Nester am Haus duldet", rät Franziska Back. "Wer Mehlschwalben willkommen heißt, kann vom LBV die Plakette ,Schwalbenfreundliches Haus‘ erhalten." Lehmpfützen in Hof oder Garten bieten den Vögeln Baumaterial, ein insektenfreundlicher Garten lockt Nahrung für die Sommerboten an.
Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, das in diesem Jahr den Titel trägt. Der "Vogel des Jahres" wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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