Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Briefwahl ohne Briefträger?
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber ich muss nochmal an der Übermittlung von Versicherungs- und Bankdokumenten rumnörgeln. Ständig kommen Mails, man solle sich was runterladen. Ob’s dringend ist, weiß man erst nach dem Brimborium. Früher kam Post, man sah auf einen Blick, ob Handlungsbedarf besteht.
Dringend und wichtig sind jedenfalls die Briefwahlunterlagen, die ab kommenden Montag versendet oder ausgegeben werden. Ich gehe zwar gerne zu den fleißigen Wahlhelfern, verstehe aber jeden, der die Vorschläge nicht in der Kabine durchlesen will, sondern lieber am heimischen Küchentisch.
Die fünf Optionen fürs Eckentaler Bürgermeisteramt weiß ich inzwischen auswendig. Anderswo sind’s weniger – aber bleiben wir mal in Eckental: Für den Gemeinderat bewerben sich auf sieben Listen 155 Kandidaten. Für den Kreistag dann nochmal acht Listen mit jeweils bis zu 60 Personen – insgesamt rund 500 Namen!
Bei der Bundestagswahl 2025 entschieden sich 37 Prozent für die Briefwahl, zur Coronazeit waren es sogar 47,3 Prozent. Die meisten davon werden ihre Unterlagen nicht persönlich abgeholt und abgegeben, sondern die Briefwahl per Briefpost erledigt haben.
Wäre ich Däne, müsste ich auch als „Briefwähler” im Bürgerservicezentrum aufkreuzen. Dort wurde die Briefzustellung durch die staatliche Post samt öffentlicher Briefkästen abgeschafft. Wer wegen Einschränkungen berechtigt ist, zuhause zu wählen, muss einen Besuch durch zwei Wahlbeamte vereinbaren.
Vielleicht wählt man ja irgendwann über WhatsApp-Umfrage: Ich stimme für XY und bringe Nudelsalat mit. Die russischen Hacker werden sich bedanken. Oder mit Paketdiensten, die voller Gerümpel durch die Straßen rumpeln, die können die Briefwahlunterlagen zusammen mit den Päckchen in den Schnee schmeißen.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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