Das Evangelische Haus der Kinder Eckenhaid
Ein neues Haus der Zuversicht

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An vielen Stellen, in vielen Ortsteilen wird kräftig investiert in Bildung, Betreuung und Erziehung – eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Kommunen. Im Markt Eckental startet der Ersatzneubau für den 1975 errichteten katholischen Kindergarten St. Kunigund für voraussichtlich 3,7 Mio. Euro, in Forth entsteht an der Grundschule ein fünfgruppiger Hort für 4,4 Mio. Euro. Insgesamt verfügt die Gemeinde über knapp 200 Krippen- und 550 Kindergartenplätze in 12 Einrichtungen, die von kirchlichen und freien Trägern geleitet werden.

Eine davon ist der ehemalige Evangelische Kindergarten Eckenhaid, der nach gut zwei Jahren Abriss- und Neubauzeit als „Evangelisches Haus der Kinder“ für 3,8 Mio. Euro wieder auferstanden ist.

57-jährige Geschichte: 1963 halfen amerikanische Soldaten beim Bau

Ende der 50er Jahre kamen mit der Bayerischen Landessiedlung auch viele Neubürger evangelischen Glaubens nach Eckenhaid. Der Plan, einen evangelischen Kindergarten mit Gemeinderäumen im Burgweg 35 zu errichten, wurde von Pfarrer Friedrich Schmidt von der Kirchengemeinde Eschenau, zu der Eckenhaid damals gehört, sowie von Bürgermeister Georg Hänfling unterstützt.

Im August 1963 halfen amerikanische Soldaten aus der Pioniereinheit Nürnberg (Standort Erlangen) mit einer schweren Planierraupe beim Vorbereiten der Baugrube. Im November 1963 erfolgte die Grundsteinlegung, im Januar 1964 das Richtfest. Mit vielen Arbeitsstunden an Hand- und Spanndiensten der Siedler von Eckenhaid entstand in 10 Monaten für 320.000 DM ein neuer Kindergarten. Die Trägerschaft sollte die neu zu gründende evangelische Kirchengemeinde Eckenhaid übernehmen, wobei der Kindergarten von Anfang an für Kinder aller Konfessionen offen sein sollte.

Feierliche Grundsteinlegung im November 1963.

Am 26. September 1964 wurde der Kindergarten feierlich eingeweiht, fünf Tage später der Betrieb mit 60 Kindergartenplätzen aufgenommen. Der Gemeindesaal im Keller bot Platz für zahlreiche Aktivitäten und wurde bis zum Abriss 2019 rege genutzt, unter anderem intensiv für die Jugendarbeit.

Ende der 80er Jahre wurde der Kindergarten auf drei Gruppen und 75 Plätze erweitert, im Winter 2006/2007 erfolgte ein Umbau zum zweigruppigen Kindergarten mit einer Krippengruppe für die Kleinsten. In all den Jahren wurde die Einrichtung immer wieder den Anforderungen der Zeit und der Pädagogik angepasst.

Bei der Feier zum 50-jährigen Jubiläum des Kindergartens und der Kirchengemeinde (mit 25-jährigem Jubiläum der Friedenskirche) am 13. Juli 2014 bekräftigen Pfarrerin Hedwig und Pfarrer Horst Stünzend.rfer die Bereitschaft des Kirchenvorstandes, angesichts von Überlegungen zu Renovierung, Generalsanierung oder Neubau, auch in Zukunft die Trägerschaft einer Kindertagesstätte zu übernehmen. Nach aufwändigen Verhandlungen wurde 2017 klar: Die Kosten einer Generalsanierung wären zu hoch, die Kommune errichtet einen Neubau auf dem Erbpacht-Grundstück der Kirchengemeinde, die das Gebäude mietet und die Trägerschaft übernimmt.

Gute Stimmung beim Richtfest im Dezember 2019.

Nach 55 Jahren verabschiedete man sich am 24. Februar 2019 mit einem Gottesdienst vom alten Kindergartengebäude, die Kinder zogen in eine Interimslösung nach Eschenau. Am 1. September 2021 erfolgte der Einzug in das neue Gebäude. Ein Wermutstropfen für die Kirchengemeinde ist der Verzicht auf Jugendräume, weil das neue Gebäude nicht unterkellert ist.

Platz für vier Gruppen

Obwohl das neue Gebäude größer ist, konnte der alte Baumbestand erhalten werden. Der Neubau beherbergt nun vier Gruppen auf zwei Stockwerken: zwei Krippen-Gruppen im Erdgeschoss sowie zwei Kindergarten-Gruppen im 1. Stock. Es gibt einen Bewegungsraum und eine große Küche, in der täglich frisches Essen für die Kinder zubereitet wird. Das Erdgeschoss mit knapp 510 Quadratmetern und das Obergeschoss mit gut 325 Quadratmetern summieren sich auf 835 Quadratmeter inklusive aller Nutz-, Verkehrs- und Funktionsflächen.

Die Geschosse sind mit einem zentralen Treppenhaus und mit einem Aufzug verbunden, so dass das gesamte Gebäude barrierefrei erschlossen wird. Geräumige „Spielflure“ bieten Bewegungsfreiheit für die Kinder.

Ein klarer Baukörper mit lebendigen Akzenten

Architektin Ruth Schwarzmeier vom Architekturbüro Horstmann + Partner skizziert die Entwurfsidee: Ein klarer Baukörper mit einfacher Orientierung wird optisch gegliedert durch maßvoll verspielte Fassadengestaltung mit verspringenden Fenstern. Zackige Attiken, erhöht über das Flachdach und die begehbare Dachterrasse hinaus, sorgen für Lebendigkeit in der Silhouette. Die Anordnung der Fenster nimmt Rücksicht auf die Sichthöhe der Kinder, teilweise sind auch Fenster nach außen versetzt, um innen eine Sitzbank mit entsprechendem Ausblick zu ermöglichen. Die gro.zügigen, verglasten Fassadenöffnungen sorgen für Helligkeit und Sichtbezug zum Außenbereich, können aber im Sommer mit einem außenliegenden Sonnenschutz verschattet werden.

Einer harmonischen und dezenten Grundfarbigkeit wurden innen wie außen bewusst starke Farbakzente entgegengesetzt.Zur Erreichung des Energiestandards KfW-Effizienzhaus 55 tragen die Wärmeerzeugung über Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Beheizung mittels Niedertemperatur-Fußbodenheizung bei sowie die Be- und Entlüftung das Hauses über eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Schalldämpfung und Filtern.

Eine BUS-Installation (KNX) umfasst die Lichtschaltung für die Außenbeleuchtung, die elektrische Sonnenschutzsteuerung und die Erfassung von elektronischen Störmeldungen der haustechnischen Installation. Die gesamte Innenbeleuchtung erfolgt mit energiesparenden LED-Leuchten.

Als „modern, gro.zügig und ansprechend gestaltet“ empfinden die großen und kleinen Nutzer ihr neues Gebäude mit einladenden Räumlichkeiten und einem attraktiven Außengelände, „es stößt bei allen auf positive Resonanz“, freut man sich bei der Kirchengemeinde.

Mustergültig im Zeitplan und im Kostenrahmen

Schon beim Richtfest im Dezember 2019 freute man sich über die früher als geplant erfolgte Fertigstellung des Rohbaus. Auch nach Abschluss der Arbeiten steht fest: Nicht nur der Zeitplan, sondern auch der Kostenrahmen konnte eingehalten werden, wie Bauingenieur Ortwin Duddeck erläutert: Nach der Kostenberechnung vor Bauausführung in Höhe von 3,65 Mio. Euro gelang mit Gesamtbaukosten von 3,8 Mio. Euro inklusive Ingenieurleistungen und Abriss des alten Gebäudes nahezu eine Punktlandung mit einer – angesichts der Marktlage für Leistungen und Material – minimalen Abweichung.

Neuer Name und neues Erscheinungsbild

Auch die Kirchengemeinde, das Kita-Team und der Elternbeirat haben nicht nur Planer und Handwerker arbeiten lassen und die Entstehung des neuen Gebäudes abgewartet. So startete das Team am bewährten Standort auch mit einer frisch überarbeiteten Konzeption, erklärt Sabrina Renk vom Kirchenvorstand. Über viele Monate machten sich die Mitarbeiterinnen gruppenübergreifend Gedanken über die pädagogischen Schwerpunkte sowie Art und Weise der Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern und der Gemeinde. Für ein Haus unter evangelischer Trägerschaft ist das christliche Menschenbild und der Schwerpunkt der religiösen Erziehung naheliegend und deshalb auch in der Konzeption fest verankert. Aber auch die Bereiche Bewegung und Sport sowie Vorschulerziehung liegen dem Team sehr am Herzen.

Bei vielen Treffen wurde auch ausführlich und differenziert über den Namen der Einrichtung sowie ein damit verbundenes Zeichen gesprochen. Am Ende des Prozesses stand fest, dass die Einrichtung unter dem Namen „Evangelisches Haus der Kinder“ zurück nach Eckenhaid ziehen soll. Im neuen Namen sind sowohl die Krippengruppen als auch die Kindergartengruppen eingedacht. Bewusst wurde auch die Formulierung Haus „der“ Kinder gewählt, nicht nur um zu verdeutlichen, dass Kinder an erster Stelle stehen, sondern auch, dass Kinder sich partizipativ im „Haus der Kinder“ beteiligen können.

Mit die Gestaltung des neuen Erscheinungsbildes wurden Beate Waschneck und die Grafikspezialisten von NOVUM Verlag & Werbung (wo auch das wochenblatt entsteht) beauftragt. Dabei konnten alle weitreichenden Vorgaben berücksichtigt werden: Die Taube als Symbol für die Eckenhaider Friedenskirche sollte ebenso sichtbar sein wie die Kinder, die im Mittelpunkt der Einrichtung stehen. Dazu waren fünf Wörter und somit 35 Buchstaben unterzubringen – eigentlich viel zu viele Elemente für ein klassisches Logo, denn üblicherweise erreicht man schnelles Erfassen und Einprägen durch weitestmögliche Reduktion.

Mit einer harmonischen, aber spannungsreichen Anordnung mit bewusst abgestufter Blickführung, der Übernahme von Farben aus der Gebäudegestaltung und einer modernen Schriftfamilie mit verschiedenen Schnitten ist dennoch ein attraktives Bildzeichen gelungen: Farbig (aber nicht bunt), vielsagend (aber nicht beliebig) – ein besonderes Zeichen für ein besonderes Haus.

Feierliche Einweihung am 24. Oktober

Das Haus der Kinder wird am Sonntag, 24. Oktober, mit einem Gottesdienst um 10.00 Uhr eingeweiht und damit offiziell seiner Bestimmung übergeben. Soweit es wetterbedingt möglich ist, findet die Veranstaltung im Freien statt. Es gilt die 3 G-Regel, im Innenbereich ist Maskenpflicht.

Folgender Ablauf ist geplant:

  • 10.00 Uhr: Gottesdienst zur Einweihung unter Beteiligung der Vorschulkinder 
  • 10.40 Uhr: Grußworte (währenddessen gibt es Angebote für die Kinder im Gruppenraum)
  • 11.20 Uhr: Lied der Kinder zum Abschluss der Einweihungshandlung 
  • Ab 11.30 Uhr: Imbiss, Getränke sowie Kaffee und Kuchen 

Alle 20 Minuten gibt es Führungen durch das neue „Evangelische Haus der Kinder Eckenhaid“.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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