Gesund durch Krisenzeiten
Tipps für mentale Gesundheit

Katharina Nicola Schmidt

Die Kalchreuther wochenblatt-Leserin und Psychologin Katharina Schmidt hat anlässlich der derzeitigen Ukraine-Krise einen Beitrag verfasst, der sich mit der Mentalen Gesundheit während Krisenzeiten beschäftigt.

"Ich bin davon überzeugt, dass in Krisenzeiten jeder von uns ein wenig Unterstützung gebrauchen kann", sagt sie, und will alle wochenblatt-Leserinnen und -Lesern dabei dazu ermuntern, sich um ihre mentale Gesundheit zu kümmern.

Zeiten der Ungewissheit ­können starke Ängste, Hilflosigkeit und Gefühle der Ohnmacht auslösen

"Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht" (Annalena Baerbock, deutsche Außenministerin).

Mit diesen Worten wurde mir selbst das erste Mal wirklich bewusst, in welcher Situation wir uns als Individuen, als Europäer und Europäerinnen, als Teil der menschlichen Spezies befinden. Wir befinden uns in einer Krise.

Der Krieg in der Ukraine ist eine weitere Katastrophe, die uns nach zwei Jahren Pandemie trifft. Viele von uns sind ausgelaugt, müde und ringen um Stabilität und Struktur im Leben.Erneut dürfen wir einen Weg finden mit starken Ängsten, Ungewissheit und Hilflosigkeit umzugehen. Emotionen wie diese und kontinuierlich negative, beängstigende Informationen setzen unserer mentalen Gesundheit zu. Anhaltende Gefühle der Hilflosigkeit und Ohnmacht sind der Nährboden für die Entwicklung einer Depression oder Angststörung.

Hier stellt sich nun die Frage: Wie können wir es schaffen, uns nicht in diese Gefühle und Gedankenmuster hineinziehen zu lassen, Hoffnung zu bewahren und uns aktiv um unsere mentale Gesundheit zu kümmern, ohne die Realität auszublenden?

Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, dass Emotionen wie Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht und manchmal auch Gleichgültigkeit eine normale Antwort unseres Systems auf eine derartige Krise sind. Problematisch wird es dann, wenn wir diese Gefühle nicht als einen normalen Prozess in einer unbekannten Situation anerkennen oder über einen längeren Zeitraum keinen Abstand zu derartigen Emotionen finden können.

Anerkennen der Krise

Abstand gewinnen, indem man anerkennt, was ist! Ganz gleich ob es Emotionen, Gedanken oder Körperempfindungen sind.

Klingt paradox? Veränderung und Verbesserung kann jedoch nur stattfinden, indem wir "Ja" sagen zu dem, was ist. Wir befinden uns in einem Krieg in Europa und dieser ist geographisch gesehen nah an Deutschland. Das Erkennen dieses Ist-Zustands kann das Bedürfnis, für Frieden zu demonstrieren, zu spenden oder seine Arbeit in Dienst der Krise zustellen, hervorrufen.

Perspektive schaffen

Sich selbst daran erinnern, dass man schon einige persönliche, aber auch gesellschaftliche Krisen gemeistert hat. Eine hilfreiche Frage, die man sich stellen kann, lautet: "Was hat mir in dieser Situation geholfen, um die Krise zu meistern?"

Entscheidung treffen

Wir haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, aktiv die Entscheidung zu treffen, den inneren Frieden und die eigene mentale Gesundheit auf Platz 1 zu stellen. Diese Entscheidung ist wahrlich nicht ignorant, sondern meines Erachtens höchst clever, da es niemandem hilft, voller Angst und Sorge in die Aktivität zu gehen.Jede und jeder kann ein Licht für den Anderen sein, indem wir uns aktiv um unsere mentale Gesundheit kümmern. Anbei finden Sie Tipps, dies umzusetzen.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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