Wolf in Kalchreuth
Schaf gerissen
- Foto: Sascha Klaußner
- hochgeladen von wochenblatt - Redaktion
Ein einzelner Wolf treibt sich seit Dezember 2025 in der Region herum, am 12. Februar hat er ein Schaf in einem Freiland-Hühnerstall in der Nähe des Sportgeländes des FC Kalchreuth gerissen. Das hat das Wildtiermanagement des Bayerischen Landesamtes für Umwelt nach einer genauen Untersuchung bestätigt. In einem Monitoring wird mitgeteilt, dass es sich um ein einzelnes weibliches Tier handelt, das zur Zentraleuropäischen Population gehört und aus einem Rudel aus dem Territorium Neustadt-Spremberg in Sachsen stammt. Ein Zaun um den mobilen Hühnerstall war für den Wolf kein Hindernis und wurde leicht übersprungen. Offensichtlich wurde nur ein Teil des Tieres gefressen oder mitgenommen. Den Schaden hat Sascha Klaußner, der den Geflügelhof Familie Klaußner betreibt und erst im Oktober einen Lebensmittelladen für die örtliche Nahversorgung eröffnet hat.
In Bayern gibt es seit 2006 ein „Wildtiermanagement große Beutegreifer” für Luchse, Bären und Wölfe. Vertreter aus Ministerien, Behörden und Verbänden der Bereiche Landwirtschaft, Jagd, Natur- und Tierschutz, Wald- und Grundeigentum sowie weitere Fachleute arbeiten dort zusammen. Hinzu kommt noch das „Netzwerk Große Beutegreifer”, wo etwa 140 ehrenamtlich tätige Personen wie Jäger, Naturschützer, Förster und Landwirte vor Ort als Ansprechpartner für Betroffene schnell erreichbar sind. Nach einer „Ausgleichsregelung Große Beutegreifer” entschädigt der Freistaat auf freiwilliger Basis Betroffene, deren Nutztiere getötet oder verletzt wurden.
Zum Thema Wolf und Mensch hat das Bayerische Landesamt für Umwelt einige Regeln zusammengestellt. Dort heißt es zum Beispiel, dass sich der Wolf von Natur aus vorsichtig verhält und den Menschen ausweicht. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es bis jetzt keinen Angriff auf Menschen gegeben. Wenn es dennoch einmal zu einer Begegnung kommt, solle man wissen, dass der Wolf sehr vorsichtig auf den Anblick von Menschen reagiert. „Laufen Sie nicht schnell weg, sondern ziehen sie sich selber langsam zurück” heißt es weiter. Weitere Regeln sind auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt zu finden.
www.lfu.bayern.de
Bürgermeister Otto Klaußner will keinesfalls wegen des Vorfalles in Kalchreuth und in der Region Panik verbreiten, er möchte aber die Landwirte und vor allen die Schafhalter informieren, dass sie geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Nutztiere vornehmen.
Ernst Bayerlein
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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