Kalchreuther Gemeinderat
Nachverdichtung beschlossen

Blick vom Kirchturm Richtung Weißgasse über alte Bauernhöfe mit Bäumen und Gärten. Die Befürchtung vieler Bürger ist, dass im Zuge der Nachverdichtung der dörfliche Charakter verloren geht. | Foto: Ernst Bayerlein
  • Blick vom Kirchturm Richtung Weißgasse über alte Bauernhöfe mit Bäumen und Gärten. Die Befürchtung vieler Bürger ist, dass im Zuge der Nachverdichtung der dörfliche Charakter verloren geht.
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Mit neun gegen sechs Stimmen wurde in der November-Sitzung des Kalchreuther Gemeinderates die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Weißgasse beschlossen. Somit kann eine große Hoffläche und ein noch vorhandener 10 bis 15 Meter breiter Grünstreifen am nördlichen Rand für eine Bebauung mit voraussichtlich 27 Wohneinheiten von einer privaten Objektgesellschaft überplant werden.

Vorausgegangen war die Abwägung von über 20 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange. Sie lassen sich zusammenfassen als Übereinstimmung der Planungen mit den Zielen des Landesentwicklungsplanes, vor allem in Bezug auf die Schaffung von innerörtlichen Wohnraum (Stichwort: Nachverdichtung) vor Neubaugebieten am Ortsrand. Einige weitere Anregungen wie Entwässerung, Parkplätze und die Nähe zu einem Dorfwirtshaus wurden berücksichtigt oder werden noch eingearbeitet. Die einzelnen Abstimmungen erfolgten jeweils mit neun Stimmen von der CSU-Fraktion mit Bürgermeister Otto Klaußner und von Susanne Giering (parteilos) sowie von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die sechs Gegenstimmen kamen jeweils von der Freien-Wähler-Fraktion. Sprecher Rudolf Wölfel stellte klar, dass die Freien Wähler nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung sind, aber für eine Bebauung, die sich in die Umgebung einfügt und im Ortsbild wiederfindet.
Die Gegenargumente (von Alexander Gebhardt und Monika Tremel) waren insbesondere der Hinweis auf den Rückgang der Einwohnerzahl (es gibt viele Leerstände im alten Ortskern) sowie die in den letzten Jahren geschaffenen Infrastruktur-Einrichtungen wie Kinderhäuser, Schule usw., die erhalten bleiben sollen. Mit neun gegen sechs Stimmen wurden auch die vorgebrachten sachlichen Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Bürgerinitiative Lebenswertes Kalchreuth mit etwa 300 Unterschriften vom Gemeinderat per Abstimmung jeweils erledigt.

Der Beschluss (mit 9:6 Stimmen) lautet folgendermaßen:
Zusammenfassend stellt der Gemeinderat fest, dass mit der gegenständlichen Planung eine den Zielen des Baugesetzbuches und des Landesentwicklungsplanes entsprechende Nachverdichtung und Innenentwicklung innerörtlicher Bauflächen ermöglicht wird. Damit kann dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden und der insbesondere um die Ortschaft Kalchreuth wertvolle Außenbereich mit seinen wichtigen Funktionen für Orts- und Landschaftsbild kann geschont werden. Durch entsprechende Festsetzungen werden erhebliche und unzulässige Beeinträchtigungen von Orts- und Landschaftsbild, dem Nachbarschutz oder dem Naturhaushalt vermieden, beziehungsweise vermindert.

Ernst Bayerlein

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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