Eine lange Geschichte
Kalchreuth und seine Kirschen

Kurt Schmidt pflückte Ende Juni hoch auf der Leiter die ersten  Kirschen des Jahres.
  • Kurt Schmidt pflückte Ende Juni hoch auf der Leiter die ersten Kirschen des Jahres.
  • Foto: E. Bayerlein
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Etwa 20 Kirschenbauern gibt es noch in Kalchreuth, dazu kommen einige in Käswasser und in Röckenhof. Bei den Nebenerwerbslandwirten hilft die gesamte Familie für die Ernte zusammen, verkauft werden die Kirschen oft direkt im Kirschgarten, ab Hof im Ort oder an feste Kunden auf Bestellung.

In unserem Raum ging der Kirschenanbau vor ca. 800 Jahren wahrscheinlich vom Kloster Weißenohe aus, im 15. und 16. Jahrhundert dehnte er sich dann in die freie Landschaft aus. Im Jahre 1730 finden wir Kirschbäume auf den Gemeindeangern, schreibt der damalige Ortspfarrer Dr. Gottlob Rehlen in einer Statistik über Kalchreuth: Um 1800 entstanden Kirschgärten, gegen 100 an der Zahl, die wie ein Kranz unsere Flur umgürten. 1855 statteten König Maximilan II. von Bayern und seine Gemahlin, die Hohenzollernprinzessin Marie, mit Gefolge dem Dorf einen Besuch ab, um in einem Kirschgarten an der Erlanger Straße „das edle Obst“ selber zu pflücken.

Bei der Obstbaumzählung im Jahre 1900 gab es in Kalchreuth insgesamt 9500 Obstbäume, darunter 3900 Kirschbäume. 1965 ergab eine Zählung etwa 20.000 Obstbäume, davon waren ca. 8000 Kirschbäume. Zwischen 1965 und 1990 wurde aber jeder zweite Obstbaum entfernt, es entstanden Bauplätze. 2010 zählte man immerhin noch rund 4500 Kirschbäume in der Gemeinde Kalchreuth, vor allem in der westlichen und nördlichen Flur.

Vor allem die für Kalchreuth typischen hochstämmigen Kirschenbäume werden kaum nachgepflanzt. Damit geht das typische Landschaftsbild verloren, aber auch die Lebensgemeinschaft der Pflanzenwelt auf mehreren Etagenmit Ackerwildkräutern, Moosen, Flechten und Baumpilzen. Weiter bieten die alten Obstbestände einer Vielzahl von Tieren Nahrung und Unterschlupf.

Um die alten HochstammKirschbäume mit alten Sorten zu erhalten, wurde im Jahr 2002 das örtliche Projekt „Natur die schmeckt – mit uns ist gut Kirschen essen“ von Bund Naturschutz zusammen mit etwa 15 einheimischen Kirschenbauern und der Gemeinde begonnen. Seit einigen Jahren gibt es auch einen etwa 3 km langen Kirschen-Lehrpfad mit Informationstafeln und Mitmachstationen. Im Jahr 2004 fand erstmals wieder eine Kirschen-Kärwa statt, wegen Corona fiel sie letztes Jahr aus und auch heuer ist sie bereits abgesagt.

Sehr gerne getrunken wird der Kirsch-Secco, der von 10 Kirschbauern verkauft wird, ebenso wie Kirschmarmelade, Kirschlikör oder Schnaps.

Ernst Bayerlein

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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