Neugestaltung des Dorfplatzes
Ein „neues Herz” für Kalchreuth

So sieht der Dorfplatz in Kalchreuth momentan aus.
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Schon seit mindestens vier Jahrzehnten, noch zurzeit von Bürgermeister Hans Sulzer (1966-1991), wird im Ort über eine Neugestaltung des Dorfplatzes diskutiert. In der April-Sitzung befasste sich nun der vor einem Jahr neugewählte Gemeinderat erstmals mit dem Thema „Städtebauliche Sanierung des Dorfplatzes”.

Nachdem in den letzten Jahren die Rathausstraße, die Bahnhofstraße und vor allem die Heroldsberger und die Erlanger Straße im Rahmen der Städtebauförderung ausgebaut wurden, kommen als nächste Maßnahmen der Dorfplatz, die Schlossstraße und der Schlossplatz an die Reihe.

Im Unterschied zu früher sind für diese Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung erhebliche staatliche Zuschüsse zu erwarten, zum anderen werden die Anlieger nicht mehr zu den Kosten herangezogen, da die Straßenausbausatzung vor etwa zwei Jahren von der Regierung abgeschafft wurde.

Vorschläge von Studenten

„Ein neues Herz für Kalchreuth” – so haben Studierende der Fakultät Architektur der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm unter der Leitung von Professorin Ingrid Burgstaller die Aufgabe genannt und Ideen sowie Vorschläge dazu erarbeitet. In der Einleitung stellten die Studierenden grundsätzliche Überlegungen zur Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer im Bereich des Dorf- und Schlossplatzes an: wie kann der öffentliche Raum künftig neu aufgeteilt werden? Die Herrschaft des motorisierten Individualverkehrs wird dabei immer öfter in Frage stellt, stattdessen spielt die Aufenthaltsqualität und die Sehnsucht vieler Bürger nach einer gemeinschaftsbildenden Ortsmitte eine größere Rolle – heißt es im Vorwort der Broschüre dazu.

So könnte der Dorfplatz aussehen, wenn der Vorschlag der Studenten der Technische Hochschule Nürnberg umgesetzt wird.
  • So könnte der Dorfplatz aussehen, wenn der Vorschlag der Studenten der Technische Hochschule Nürnberg umgesetzt wird.
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Wie kann dieses Ziel gestalterisch umgesetzt werden? Bürgermeister Herbert Saft begrüßte dazu Astrid Hahn vom Nürnberger Büro für Stadt- und Freiraumplanung Projekt 4 sowie Fritz Müller vom gleichnamigen Planungsbüro. Hahn stellte zur Einführung in die Diskussion den vorgesehenen Planungsumgriff vor. Dieser erstreckt sich über den Dorfplatz, die Schlossstraße, den Schlossplatz, Teile der Hallerstraße und der Weißgasse sowie die Sackgasse mit dem Hartmannsgässchen und dem Webersgässchen. Vor Planungsbeginn sind die Rahmenbedingungen, Nutzungen und Zielvorgaben zu klären – wünschte sich die Planerin. Ein wesentlicher Faktor ist hierbei die Kreisstraße ERH 6, die über den Dorfplatz von Nord nach Süd führt. Sie kommt von Eckental-Unterschöllenbach, führt durch Röckenhof weiter nach Kalchreuth bis zur Erlanger Straße.

Auf einem Übersichtsplan wurden dann die vorhandenen Nutzungen und Raumansprüche dargestellt. Heute wird der Dorfplatz teils für Übungszwecke der Feuerwehr genutzt, für die Kirchweih und vor allem als Parkplatz. Weiter ist dort die Viehwaage und hinter dem Feuerwehr-Gerätehaus ist der sogenannte „Dürerblick” in das Schwabachtal und zum Hetzles. Weiter gibt es den Landgasthof Doris Meisel, die Metzgerei und das Hotel am Dorfplatz sowie zahlreiche Hofeinfahrten. Beim Schlossplatz sind auch mehrere Geschäfte, Parkmöglichkeiten und das historische Umfeld zu berücksichtigen.

Chance, etwas Neues entstehen zu lassen

In der folgenden Diskussion sprach Gemeinderätin Dr. Monika Tremel (Bündnis90/Die Grünen) von einer großen Chance für den Dorfplatz etwas Neues entstehen zu lassen, nämlich einen attraktiven Aufenthaltsort, dazu ist vor allem der Verkehr einzuschränken. Die Möglichkeiten dazu wären für die Gemeinde besser wenn die Kreisstraße in eine Gemeindestraße umgewidmet/herabgestuft werden könnte, waren sich auch Bürgermeister Herbert Saft sowie mehrere Gemeinderäte der Freien Wähler und der CSU einig.

Der Bürgermeister wurde schließlich beauftragt Gespräche mit dem Landratsamt Erlangen-Höchstadt und dem Markt Eckental darüber zu führen. In Redebeiträgen wurde deutlich, dass eine Umstufung der ERH 6 nicht so einfach werden wird, da es nicht nur um einige hundert Meter am Dorfplatz geht, sondern um die gesamte Kreisstraße auf einer Länge von etwa vier Kilometer. Dabei wäre auch ein vom Landkreis geplanter Radweg tangiert und in Frage gestellt. Die Durchfahrt über den Dorfplatz mit Tempo 30 und eingebauten Hindernissen unattraktiv zu machen würde auch nichts bringen, da dann noch viel mehr Autos durch die Adam-Kraft-Straße ausweichen würden, war eine weitere Feststellung.

Gespräche mit Anliegern

Ein anderes Thema war die Sorge um die Gastronomie, den Metzgerei-Laden und um Parkplätze auf dem Dorfplatz. Ein Ergebnis war, dass der Bürgermeister beauftragt wurde mit Anliegern am Dorfplatz und im Umfeld Gespräche zu führen, ob sie bereit wären private Flächen für Parkplätze abzugeben.

Hahn fasste als Ergebnis der Vorbesprechung des Gemeinderates zusammen: Um alle Interessen von Autoverkehr, die Hofeinfahrten, Parken, Feuerwehr, Kirchweih, Einkaufen und angenehmen Aufenthalt berücksichtigen zu können, brauchen wir mehr öffentlichen Grund. Dabei sind die in der Diskussion geäußerte Wünsche wie ein Brunnen, eine Außengastronomie/Eisdiele und sogar ein öffentliches WC, eventuell in einer Litfaßsäule, noch gar nicht berücksichtigt.

Die Studenten der TH hatten es da leichter, sie haben sich ausführlich mit dem Thema befasst und gleich mehrere, teils großzügige und sehr interessante, Vorschläge für ein „neues Herz” von Kalchreuth erarbeitet.

Ernst Bayerlein

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Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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