Internationales Interesse
Säfte und Bio-Energie im Fokus

Franziska Merkl (3.v.li.) mit den Besuchern vor den Fermentern, in denen Bakterien Biogas erzeugen. | Foto: Uwe Rahner
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Manche der 32.000 Fachbesucher der BIOFACH in Nürnberg beziehen im wochenblatt-Land Quartier. So logieren seit etwa 25 Jahren über 40 polnische Landwirte und Verarbeiter des Bio-Verbandes EKOŁAN aus dem südlich von Danzig gelegenen Kujawien-Pommern im Landgasthof „Drei Linden” in Etlaswind. Sie nutzen die Reise auch, um sich vor Ort bei deutschen Kollegen zu informieren. Unter anderem waren sie schon zwei Mal zu Besuch in der Minderleinsmühle.

Pretzfelder Fruchtsaft aus der Region
für die Region

In Pretzfeld besuchten die polnischen Besucher die Fruchtsaftkelterei der Obstgenossenschaft Fränkische Schweiz. Hier werden aus den frischen Früchten fränkischer Bauern und Privatanlieferer Fruchtsäfte, Schorlen und Mixgetränke hergestellt – nur der hier ebenfalls abgefüllte Orangensaft enthält Früchte von weit weg. In der Hochsaison werden täglich sechs bis 10 Tonnen Äpfel zu Saft verarbeitet. Der BIO-Apfelsaft naturtrüb wird zudem mit einem großen Anteil an Streuobst hergestellt, die Direktsäfte versprechen „100% Frucht aus der Presse direkt in die Flasche”. Bernhard Haberberger erläuterte den Weg von der Anlieferung über Presse und Zentrifuge bis zur Abfüllanlage. Am Ende durften die polnischen Besucher das Sortiment verkosten bis hin zu Punsch und Glühwein –der in Polen völlig anders gewürzt wird, wie sich zeigte.

Zwischen Verkostung der Vielfalt (rechts) und den markanten Mehrwegkästen (links) der Pretzfelder Fruchtsäfte, die vor allem über den Lebensmitteleinzelhandel in Franken vermarktet werden. | Foto: Sabine Büssert
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Nachhaltige Bio-Energie stärkt
regionale Landwirtschaft

Besonders interessiert waren die polnischen Fachbesucher dieses Jahr an Bio-Energie und konnten den vielseitigen Betrieb von Familie Merkl in Igensdorf-Mitteldorf besuchen. Die Agraringenieure Franziska und Max Merkl führten die Besucher zusammen mit Senior Wolfgang durch die seit 2003 bestehende Anlage, in der aus Biogas, Photovoltaik und Hackschnitzeln Strom und Wärme entstehen.

Jährlich erzeugt der Betrieb bis zu 1.780 Megawattstunden Strom, davon fünf Sechstel aus Biogas, was statistisch den Strombedarf von 600 Haushalten abdeckt. Die Wärmeenergie aus Biogas und Hackschnitzeln summiert sich auf über 2.140 Megawattstunden jährlich, davon drei Viertel aus den mit Biogas betriebenen Stromgeneratoren. Die erzeugte Wärme reicht für Trocknungsanlagen und die Beheizung eigener Gebäude sowie über ein Wärmenetz für mehrere umliegende Unternehmen und spart insgesamt die Verbrennung von 214.000 Litern Heizöl.

Die für die Biogasfermentierung erforderliche Rindergülle wird angeliefert, seit die Familie die eigene Rinderhaltung aufgegeben hat, die Biomasse kommt aus Gras, Mais- und Getreidepflanzen. Darüber hinaus betreibt Familie Merkl biologischen Ackerbau für Partnerbetriebe und für eigene Vermarktung, unter anderem von Lebensmitteln wie Linsen.
Im internationalen Vergleich wurde deutlich, dass bei der Bioenergieerzeugung hohe und wechselnde politische Anforderungen in Polen wie in Deutschland die Entscheidungen über große Investitionen erschweren.

Mit dem Reiseleiter und Fachmann für erneuerbare Energien, Andrzej Klonecki (rechts), erlebten die Besucher einen der ersten Brenngänge in der neu installierten Etlaswinder Brennerei. | Foto: Uwe Rahner
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Neben der Besichtigung der neu installierten Brennerei von Familie Mirsberger in Etlaswind und einem traditionellen Besuch bei Gertraud Switalski in der Frohnhofer Mühle erlebten die polnischen Gäste noch eine Führung durch das Fränkische Schweiz Museum in Tüchersfeld, bevor es wieder zurück in die Heimat ging.

Sabine Büssert

Franziska Merkl (3.v.li.) mit den Besuchern vor den Fermentern, in denen Bakterien Biogas erzeugen. | Foto: Uwe Rahner
Mit dem Reiseleiter und Fachmann für erneuerbare Energien, Andrzej Klonecki (rechts), erlebten die Besucher einen der ersten Brenngänge in der neu installierten Etlaswinder Brennerei. | Foto: Uwe Rahner
Zwischen Verkostung der Vielfalt (rechts) und den markanten Mehrwegkästen (links) der Pretzfelder Fruchtsäfte, die vor allem über den Lebensmitteleinzelhandel in Franken vermarktet werden. | Foto: Sabine Büssert
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wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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