Neues Kunstwerk am Skulpturenweg
Sgraffito des ehemaligen Kindergartens gerettet

Das Sgraffito, das vorher die Fassade des evangelischen Kindergartens schmückte, hat nun einen neuen Platz gefunden.
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  • Das Sgraffito, das vorher die Fassade des evangelischen Kindergartens schmückte, hat nun einen neuen Platz gefunden.
  • Foto: J. Müller
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Vor etwa einem Jahr wurde der frühere evangelische Kindergarten in Heroldsberg abgerissen. An seiner Fassade war ein Sgraffito, das am Freitag (23. Oktober) seinen neuen Platz gefunden hat. "Wir sind heute zusammengekommen, um dieses Kunstobjekt der Öffentlichkeit zu übergeben", freut sich Eberhard Brunel-Geuder, 1. Vorsitzender der Kulturfreunde. Im Rahmen des Skulpturenwegs im Gründlachtal, ganz in der Nähe der Schlossweiher, steht das Sgraffito nun.

Jede Menge Menschen waren zu der offiziellen Feierstunde gekommen, darunter auch Bürgermeister Jan König, der neue Altbürgermeister Johannes Schalwig, Pfarrerin Andrea Melzl von der St. Matthäus Kirche, der Künstler Hannes Arnold, nach dessen Plänen das Projekt umgesetzt wurde und viele mehr. Das Projekt im Gründlachtal ist nicht das erste Kunstobjekt, dass von Arnold in Heroldsberg steht. Arnold+Eichler hat in Heroldsberg 1998 die Friedhofshalle gestaltet, 2011 das Denkmal zur Heroldsberger Industriegeschichte mit einem stilisierten stählernen „Tempotaschentuch“ am Rathaus installiert und 2018 das Kriegsopfer-Mahnmal in der Trauerhalle errichtet. Musikalisch umrahmt wurde die Feierlichkeit von dem Posaunenchor der evangelischen Kirche.

Als vor etwa einem Jahr feststand, dass es in Heroldsberg ein neuer Kindergarten gebaut werden soll und der alte abgerissen wird, war für Brunel-Geuder klar, dass er das Kunstwerk an der Fassade nicht verlieren möchte. Er selbst war früher schon in den Kindergarten gegangen, weshalb sein Bezug zu diesem Kunstwerk noch viel größer war, erzählt er.

"Ich hatte die Ehre, die Teile, die solange eingelagert waren, wieder neu zu richten", sagt Helge Wütscher, der die alte Fassade bearbeitet hat und wieder "hübsch" gemacht hat. Bis die Arbeiten an dem geretteten Sgraffito beginnen konnte, musste es zunächst eingelagert werden.

Der Begriff Sgraffito ist vom italienischen Verb sgraffiare oder graffiare, deutsch kratzen, abgeleitet. Es handelt sich um eine Dekorationstechnik zur Bearbeitung von Wandflächen. Nach der Auflage verschiedenfarbiger Putzschichten werden Teile der oberen Putzschicht abgekratzt und Teile der darunterliegenden Putzschicht freigelegt, sodass durch den Farbkontrast ein Bild erzeugt wird. In diesem Fall ist ein grauer und ein ockerfarbener Putz aufgebracht.

Ein Stück Heroldsberger Geschichte

Das Kunstwerk zeigt Jesus als der gute Hirte für Mensch und Tier. Der Künstler des Sgraffitos ist kein Unbekannter, es handelt sich um Fritz Heidingsfeld. Nach dem zweiten Weltkrieg war er nach Franken gekommen und hatte im grünen Schloss in Heroldsberg sein Atelier.

"Wenn das Ganze verloren gegangen wäre, wäre ein großes Stück Geschichte verloren gegangen", das weiß auch Bürgermeister König, der das Projekt von Altbürgermeister Schalwig übergeben bekommen hatte. Das Kunstobjekt sei ein hervorragendes Mosaikstück zum Skulpturenweg ergänzt König. "Was für ein schönes Zeichen, dass das Exponat genau hier stehen darf", ergänzt Pfarrerin Melzl. Das Kunstwerk stehe genau auf der Strecke, die die beiden Heroldsberg Kirchen verbindet, erklärt sie.

Autor:

Jennifer Müller aus Eckental

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