Tipps zum Reifenwechsel vom ADAC
Mythos Oktober bis Ostern?

Beim Wechsel von Sommer- auf Winterräder kommt es auf die richtige Ausrüstung an.
  • Beim Wechsel von Sommer- auf Winterräder kommt es auf die richtige Ausrüstung an.
  • Foto: Dennis Heldt/ADAC Nordbayern
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Laut der bekannten Faustregel „O bis O” ist es wieder soweit: Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen steht an. Und tatsächlich ist die Fahrt mit Winterreifen zwischen Oktober und Ostern empfehlenswert, erklärt Jürgen Hildebrandt, Leiter der Abteilung Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Nordbayern: „Ab Oktober kann es vor allem in fränkischen Mittelgebirgen bereits Frost geben, daher ist man mit einem frühzeitigen Wechsel der Bereifung auf der sicheren Seite.“ Autofahrern, die keine bis wenig Erfahrung beim Reifenwechsel haben, rät der Automobilclub eine Werkstatt aufzusuchen. Im Großraum Nürnberg bietet diesen Service zu günstigen Konditionen auch das ADAC Prüfzentrum Nürnberg-Fürth. Termine und Informationen unter 0911 / 95 95 395 oder pruefzentrum@nby.adac.de

Für alle, die die Winterräder lieber selbst montieren, hat der ADAC Nordbayern die wichtigsten Schritte nachfolgend kurz zusammengefasst. Wichtig: Die Reifen sollten mindestens die vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen, der ADAC empfiehlt jedoch für Winterreifen vier Millimeter.

Vor dem Radwechsel Reifenalter prüfen

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Vorschrift zum Reifenalter. Dennoch härten die Gummimischungen mit der Zeit aus, was vor allem Grip und Bremsweg negativ beeinflusst. „Der einzige Kontakt zwischen Fahrzeug und der Fahrbahn sind die lediglich DIN A4 großen Aufstandsflächen der Reifen. Daher sollten Winterreifen die älter als acht Jahre sind getauscht werden“, empfiehlt Hildebrandt eindringlich. Das Alter erkennt man an der vierstelligen DOT Nummer an der Seitenwand des Reifens. Hierbei bedeutet die Ziffernfolge 4012: 40. Produktionswoche im Jahr 2012. Der Reifen sollte somit erneuert werden.

Radwechsel: Anleitung Schritt für Schritt

  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung "P" bringen 
  • Radkappe (soweit vorhanden) abziehen. Radmuttern oder –bolzen zunächst etwa eine Viertel Umdrehung lösen 
  • Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen. Achtung: Beachten Sie die Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung 
  • Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist 
  • Radmuttern abschrauben, Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen. Leichtmetallräder können auf Zentrierungen der Stahlnaben haften bleiben 
  • Der Reifen, der in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt. Gegebenenfalls auf die vorgeschriebene Laufrichtung achten. 
  • Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen und einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen 
  • Neues Rad aufsetzen und alle Radmuttern mit dem Radkreuz handfest anschrauben 
  • Abgenommenes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen 
  • Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht 
  • Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Hierfür benötigen Sie einen Drehmomentschlüssel und die Herstellerinformationen für das korrekte Drehmoment. 
  • Die abmontierten Reifen auf der Lauffläche kennzeichnen, zum Beispiel mit Wachskreide ("VR" für "vorne rechts", "HL" für "hinten links" etc.). So vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten

Direkt nach der Reifenmontage sollte unbedingt der Luftdruck geprüft werden. Außerdem rät der ADAC spätestens nach 50 Kilometern die Schrauben zu prüfen.

Alternative Ganzjahresreifen bleiben Kompromiss

Die Nachfrage nach Allwetterreifen steigt: 2019 ist ihr Anteil am Reifenverkauf auf 20 Prozent gestiegen. Doch auch wenn die vermeintlichen Alleskönner Zeit und Geld sparen, sie bleiben ein Kompromiss und kommen nicht an die Leistungen der Spezialisten. Ganzjahresreifen sind lediglich für Autofahrer geeignet, die keinen Ski- oder Sommerurlaub im Süden planen und überwiegend innerstädtisch unterwegs sind.
Mehr dazu im aktuellen ADAC Test 2020.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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