Behutsame Rückkehr zur Normalität
Wieder mehr Leben in den Schulgebäuden

ndrea Felser-Friedrich (links) begrüßt im Gymnasium Eckental ihre Kollegin Frau Toplak-Jovic mit Gummibärchen, Aushang zu Hygiene­regeln und „Einbahnstraßen“-Regelung an den Treppen.
  • ndrea Felser-Friedrich (links) begrüßt im Gymnasium Eckental ihre Kollegin Frau Toplak-Jovic mit Gummibärchen, Aushang zu Hygiene­regeln und „Einbahnstraßen“-Regelung an den Treppen.
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Bevor am Montag die Abschlussklassen wieder zurück in ihre Schulen kommen konnten, wurden dort umfangreiche Vorbereitungen getroffen, Abläufe vorbereitet und viele Menschen haben sich viele Gedanken gemacht. An die Mittelschule Eckental kehrten die 9. Klassen für den qualifizierenden Hauptschulabschluss und die 10. Klassen des M-Zweiges zurück, die die mittlere Reife schreiben werden.
Ans Gymnasium Eckental kehrte die Q12 zurück, also die Jahrgangsstufe 12, die sich auf ihr Abitur vorbereitet. Unterrichtet wird am Gymnasium „nur“ noch in den Prüfungsfächern.

„Quali“ und Mittlere Reife an der Mittelschule

Gerhard Mayer, Rektor an der Mittelschule in Eckental etwa, lässt die vergangenen Wochen Revue passieren und resümiert zuerst die positiven Erkenntnisse aus dem Lockdown. Die Erfahrungen, die mit der nötigen Digitalisierung und dem Home Office auch für alle Lehrkräfte gesammelt werden konnten, waren sehr spannend und auch überwiegend positiv.
Die Schulleitung wurde sehr vom Elternbeirat und den Eltern unterstützt. Es gab großes Lob für die Organisation und die schnelle Unterstützung bei jeglichen Problemen. Die meisten Schüler konnten per Mail mit Unterrichtsmaterial versorgt und etwaige Rückfragen per E-Mail beantwortet werden. Nicht alle Schüler verfügen über einen eigenen Rechner oder ein eigenes entsprechend ausgestattetes Smartphone, so dass zum Teil auf dem Familien-Laptop, nach Feierabend der Eltern, erst die Schularbeiten gemacht werden konnten und die Antworten dann eben auch erst kurz vor Mitternacht bei den Lehrkräften angekommen sind. Oder die schulischen Aufgaben per Post zugeschickt wurden und die Rückläufer dann eben auch per Papier angekommen sind.
Für die Lehrkräfte war die Situation ebenso wie für die Schüler neu und ungewohnt. Deren Kinder und die Partner waren ja auch zu Hause. Neben der Vorbereitung von Unterrichts- und Übungsmaterial, eventuellen Mails und Videosprechstunden musste also auch der eigene Nachwuchs beaufsichtigt werden, während der Partner oder die Partnerin selbst im Home Office an Meetings teilnimmt und nicht gestört werden möchte.
Einige Lehrkräfte haben Mund-Nasen-Masken (sogenannte Community-Masken) genäht. Zusätzlich stellt das Landratsamt Masken für die Schüler und Lehrer zur Verfügung.
Wenn ab 11. Mai weitere Jahrgänge an die Mittelschule zurückkehren, können diese noch auf die gleiche Weise verfahren, wie die Abschlussjahrgänge, die seit 27. April im Haus unterrichtet werden. Wenn jedoch alle Jahrgänge an die Schule kommen sollten, wäre dies aufgrund von Raum- und Lehrermangel durch die Mindestabstände nicht möglich. Dann müssten die Klassen nicht nur unter Berücksichtigung von besonders gefährdeten Personen auf Schüler- wie auf Lehrerseite aufgeteilt werden, sondern man müsste in einem rollierenden System mit wöchentlichem Wechsel der Klassengruppen unterrichten.

Wie geht es weiter an der Mittelschule?

Gespannt wartet Gerhard Mayer auf weitere Entscheidungen der Innenministerkonferenz am 30. April, die hoffentlich das weitere Vorgehen für die nächsten Wochen etwas klarer machen wird.
Gerhard Mayer bedankt sich bei allen Eltern, dem Elternbeirat und den Lehrkräften für die Unterstützung und das Engagement in den vergangenen Wochen. Speziellen Dank richtet er auch an die Gemeindeverwaltung in Eckental, die jederzeit ein offenes Ohr hatte und bestmögliche Unterstützung geleistet habe.
Gefragt nach seinen Wünschen lautet die Antwort „dass alle möglichst schnell, aber vor allem gesund wieder in die Schule zurückkehren können und wir wieder zu einem normalen Betrieb zurückfinden können. Und endlich Glasfaseranschluss bis ins Schulgebäude, damit wir möglichst bald mehr Digitalisierung in den normalen Unterricht einbauen können.“

Abitur-Vorbereitungen am Gymnasium

Schulleiter Burkard Eichelsbacher und Andrea Felser-Friedrich vom Gymnasium in Eckental haben ebenfalls für die angehenden Abiturienten Vorbereitungen getroffen. So wurden beispielsweise „Einbahnstraßen“ im Gebäude definiert und markiert, um Begegnungen zu vermeiden. Seife und Desinfektionsmittel wurden zusätzlich zur üblichen Ausstattung zur Verfügung gestellt. Lösungen für Prüfungsgruppen wurden erarbeitet und mit den Lehrkräften abgestimmt. Am Samstag, 25. April, waren vier Freiwillige im Landratsamt, um Masken mit zu verteilen und dabei die Masken für das Gymnasium Eckental mitzunehmen. So soll die Vorbereitung auf das Abitur auf bestmögliche Weise erfolgen.
Auch Eichelsbacher äußert Bedenken, wenn es um die Wiederaufnahme des Unterrichts für alle Schülerinnen und Schüler geht. „Für ein paar Jahrgänge mehr können wir das System mit geteilten Klassen schon organisieren, aber für alle haben wir nicht ausreichend Räume und Lehrkräfte zur Verfügung. Es wäre schön, wenn wir zeitnah aus dem Kultusministerium erfahren könnten, wie es weitergeht. Derzeit planen wir nur für die Q11 ab 11. Mai, wobei der 18. Mai besser wäre, dann gäbe es keine Überschneidung mit den Abiturienten mehr.
Die gesammelten Erfahrungen während der letzten Wochen waren sehr hilfreich und haben die ganze Schulfamilie gefordert, aber auch zusammengeführt. Das System, alle Aufgaben an die Klassenelternsprecher und von dort per Mailverteiler an die Schüler/Eltern zu senden, mit den Klassenlehrkräften in CC, hat sich bewährt, nachdem das vom Kultusministerium favorisierte System Mebis leider nicht so stabil und zuverlässig funktionierte. Ein großer Dank der Schulleitung geht an die gesamte Schulfamilie, also „Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Elternbeirat und alle anderen, die sich für unsere Schule engagieren“.
Auf die Frage nach Wünschen für die Schulfamilie antworten auch Burkard Eichelsbacher und Andrea Felser-Friedrich „Wenig Erkrankungen. Grundoptimismus, Geduld und Zuversicht von allen und für alle. Ja,… und Glasfaser bis ins Schulgebäude wäre auch bei uns absolut wichtig und gewünscht“.
Beide Schulleitungen zeigen sich besorgt über die Belastung der Eltern durch die bestehende Situation, zumal es ja noch keinen Terminplan für das weitere Vorgehen gibt. Beide betonen, dass die Schulen und Lehrkräfte inzwischen einigermaßen eingespielt die Schüler mit Material versorgen, Lösungen zur Verfügung stellen und prüfen können. Wie es aber in den Familien zu Hause weiter laufen soll, wenn für einige Jahrgänge die Rückkehr in diesem Schuljahr nicht mehr möglich sein sollte, können sich beide nicht vorstellen. „Uns ist sehr bewusst, wie groß die Unterstützung der Eltern für ihre Kinder ist. Sie motivieren ihre Kinder, überwachen den Fortschritt und unterstützen auch inhaltlich, dabei arbeiten viele selbst im Home Office, in einem der systemrelevanten Berufe oder haben große Sorgen um ihre Existenz“.
Sie appellieren an uns alle, die Regeln und Vorschriften einzuhalten, auch wenn es wehtut, damit der normale Betrieb hoffentlich bald wieder möglich ist.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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