3 Fragen an die Kandidaten für Eckental
Hier sind die Antworten

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In den Wochen bis zur Wahl wird das wochenblatt die Kandidaten vorstellen, die Landrat im Landkreis Erlangen-Höchstadt oder Forchheim oder Bürgermeister in Eckental, Heroldsberg oder Igensdorf werden wollen. Einen Überblick über die Parteien, Gruppen und Kandidaten veröffentlichte die Redaktion in Ausgabe 04/2026 auf Seite 14 sowie auf hier auf wochenklick.

Den Anfang machten in der vergangenen Woche die Landratskandidaten (nur SPD-Kandidatin Alexandra Prechtel war krankheitsbedingt verhindert).
In dieser Ausgabe kommen die Bewerberinnen und Bewerber um das Bürgermeisteramt in Eckental zu Wort: Sebastian Singer (CSU), Gerhard Wölfel (FW), Astrid Marschall (Grüne), Felix Zosel (UBE) und Sara Kircher (die Linke).

In den kommenden Wochen folgen die Kandidaten für Heroldsberg und Igensdorf. In Kalchreuth wird 2026 kein neuer Bürgermeister gewählt, weil Otto Klaußner erst vor zwei Jahren ins Amt kam.

Drei Fragen an die Eckentaler
Bürgermeisterkandidaten

Im Anschluss an das Kurzportrait geben die Bürgermeisterkandidaten Antworten auf drei Fragen der Redaktion. Die Fragen für Eckental lauten:

  1. Ilse Dölle hat Eckental zwölf Jahre lang gestaltet und repräsentiert. Das Bürgermeister-Amt hat sie auf ihre Weise und mit ihrer Persönlichkeit geprägt. Worauf dürfen sich die Eckentaler einstellen, wenn Sie die Wahl gewinnen – was ändert sich am Stil, was bleibt?
  2. In Eckental könnten noch viele Flächen bebaut gebaut werden für Wohnen und Gewerbe – allerdings im Randbereich zulasten der Landschaft. Wo, wie und wie stark soll Eckental wachsen?
  3. Auch in Eckental stehen der lokale Einzelhandel und örtliches Gewerbe unter Druck. Was kann, soll oder muss die Kommune unternehmen, um wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und Vielfalt zu erhalten und der Verödung der Orte durch Gewerbe-Leerstände entgegen zu wirken?

Sebastian Singer (CSU)

Sebastian Singer, CSU | Foto: Privat

Der 1994 geborene Ingenieur der Holztechnik lebt mit Partnerin und Tochter in Forth. Hier ist er in der elterlichen Schreinerei tätig und führt zusammen mit seinem Bruder den Betrieb in vierter Generation. In Forth und Weißenohe spielte er Fußball im Jugend- und Herrenbereich, engagierte sich in der Jugendfeuerwehr und trägt heute Verantwortung als stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.

Seit 2013 ist er Mitglied der örtlichen CSU, seit 2017 im Vorstand und ab 2019 stellvertretender Ortsvorsitzender. Seit 2020 ist er Mitglied des Marktgemeinderats und dort im Bau- und Umweltausschuss tätig. Zusätzlich vertritt er die Gemeinde als Ratsmitglied im Wasserzweckverband.

Sebastian Singer antwortet:

  1. Wenn ich die Wahl gewinne, bleibt Bewährtes erhalten: Bürgernähe, Respekt im Marktgemeinderat und sachlich abgewogene Entscheidungen. Gleichzeitig braucht es angesichts finanzieller Herausforderungen klare Prioritäten bei den kommunalpolitischen Aufgaben. Ich möchte ein Bürgermeister sein, der für die Bürgerinnen und Bürger greifbar ist, klar entscheidet und Verantwortung sichtbar übernimmt. Kontinuität im Umgang, aber mehr strategische Führung für unsere Gemeinde.
  2. Eckental soll sich mit Maß weiterentwickeln. Wir brauchen junge Menschen und Familien, damit unsere Gemeinde lebendig bleibt und nicht überaltert. Deshalb brauchen wir neuen Wohnformen für Familien, ebenso generationenübergreifende und betreute Angebote. Wachstum soll sich dabei auf unsere großen Ortsteile konzentrieren, um die vorhandene Infrastruktur sinnvoll zu nutzen, Folgekosten zu begrenzen und Zersiedlung zu vermeiden. Eschenau Nord spielt dabei eine wichtige Rolle – etappenweise und Schritt für Schritt. Das bestehende Einheimischenmodell wird für die Grundstücksbeschaffung reaktiviert und modernisiert. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, damit sich junge Familien die „eigenen vier Wände” wieder leisten können.
  3. Kommunen müssen aktiv Leerstands- und Ansiedlungsmanagement betreiben, Eigentümer einbinden und temporäre Zwischennutzungen gezielt fördern. Das Bauamt wird dabei eine aktive Rolle spielen. Ergänzend sind finanzielle Anreize für Gründung, Beratungsangebote sowie Investitionen in Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Marketing notwendig. Ein langfristig gesteuerter Nutzungsmix aus Handel, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen stärkt Frequenz, sichert Arbeitsplätze und erhält lebendige Ortszentren.

Gerhard Wölfel (FW)

Gerhard Wölfel, FW | Foto: Rainer Filler

Der 1968 geborene Vollerwerbslandwirt führte knapp 30 Jahre den von den Eltern übernommenen Sattelbach-Hof, bevor er ihn als Bio-Betrieb vor einem Jahr an die nächste Generation übergab. Ehrenamtlich engagiert er sich als Ortsobmann im Bayerischen Bauernverband, als Jagdvorstand Eschenau, Forth und Frohnhof sowie kommunalpolitisch seit 2011 im Eckentaler Marktgemeinderat.

Er war jahrelang Kreisrat im Kreistag Erlangen-Höchstadt und Ratsmitglied im Wasserzweckverband Schwabachgruppe, aktuell gehört er im Gemeinderat dem Bau- und Umweltausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss an. Seit einem Jahr ist er Mitglied und Kandidat der Freien Wähler Eckental.

Gerhard Wölfel antwortet:

  1. Eckental darf sich auf einen offenen, transparenten und dialogorientierten Stil einstellen. Mir sind Bürgernähe, Verlässlichkeit und sachorientierte Entscheidungen wichtig. Bewährtes will ich fortführen, gleichzeitig neue Impulse setzen – mit mehr Beteiligung, klarer Kommunikation und einem respektvollen Miteinander. Entscheidungen sollen gemeinsam mit Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft getroffen werden, zum Wohl aller Ortsteile.
  2. Eckental soll maßvoll, nachhaltig und bedarfsgerecht wachsen. Vorrang haben Innenentwicklung, Aufstockung, Umnutzung leerstehender Gebäude sowie die konsequente Nutzung vorhandener freier Flächen in den Orten. Kleinwohnbaugebiete und bezahlbares, generationengerechtes Wohnen stehen im Fokus. Alle Ortsteile sollen gestärkt werden. Wachstum darf sich am tatsächlichen Bedarf orientieren – nicht an maximaler Flächenausnutzung.
  3. Die Kommune sollte die Ortskerne aktiv stärken: durch gezieltes Leerstandsmanagement und Beratung für Eigentümer, flexible Nutzungskonzepte wie Läden, Dienstleistungen oder Co-Working sowie Veranstaltungen und Märkte zur Belebung der Zentren. Ergänzend braucht es gute Rahmenbedingungen für lokalen Einzelhandel und Gewerbe, um wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und Vielfalt in allen Ortsteilen dauerhaft zu sichern.


Astrid Marschall (Grüne)

Astrid Marschall, Grüne | Foto: weisswieschwarz

Seit 2012 ist die 1968 geborene Einzelhandelskauffrau aus Eckenhaid, die seit langem mit Familie in Eschenau lebt, im Gemeinderat und seit 2014 im Kreistag vertreten. Als Mitinitiatorin hat sie die „Werkstattgespräche” an der Mittelschule Eckental etabliert, die auf den Wert dieser Schulform für die Gesellschaft aufmerksam machen und überregional Beachtung fanden. In den letzten vier Jahren hat sie sich unter anderem in der Eckentaler Steuerungsgruppe Fairtrade Town engagiert.

Astrid Marschall antwortet:

  1. Ich möchte transparentere Gemeindepolitik machen. Das heißt beispielsweise Liveübertragung der Sitzungen des Gemeinderats im Internet, Bürgersprechstunde vor den Gemeinderatssitzungen, ein Jugendrat als beratendes Gremium, frühzeitige Beteiligung der Bürgerschaft und von Initiativgruppen bei neuen (Groß-) Projekten, Einrichtung von Bürger*Innenräten bei zentralen Zukunftsthemen. Ich würde mich gleich am Anfang der neuen Legislatur für den Bau von bezahlbarem Wohnraum einsetzen. Eckentaler*Innen in vulnerablen Berufen wie medizinische Angestellte und Pflegepersonal können sich in unserer schönen Gemeinde das Wohnen nicht mehr leisten. Was bleibt gleich? Dass Eckental ein schöner Ort zum Leben ist!
  2. Eckental ist mit ca. 15.500 Einwohnern ein Ort, der nach meiner Meinung nur moderat wachsen sollte. Wir haben in den nächsten Jahren die Aufgabe, die Infrastruktur in vielen Gemeindeteilen nachzubessern und zu erneuern, u.a. Wasserleitungen und Straßen. Einer Zersiedlung unserer Landschaft an den Rändern einzelner Ortsteile stehe ich kritisch gegenüber. Meine Fraktion und ich halten eine schrittweise Umsetzung der zentralen Entwicklungsgebiete Eschenau-Nord und Forth-Süd für den richtigen Weg und – wie oben erwähnt – braucht es mehr Mietwohnungen in Eckental.
  3. Ich bin eine Frau aus dem Handel und mir ist bewusst, dass Handel und Gewerbe zu einer lebenswerten und auch liebenswerten Gemeinde unbedingt dazu gehört. Hier habe ich in den letzten Wochen eine Vielzahl an Handwerks-, Gewerbe- und Einzelhandelsgeschäften zum Thema „Vor Ort handeln” besucht. Meiner Meinung nach, muss in der Öffentlichkeitsarbeit noch mehr miteinander auf die Beine gestellt werden. Wichtig für die weitere – wirtschaftliche und soziale – Entwicklung von Eckental ist die Einsetzung eines/r Flächen- und Quartiersmanager*In. Dadurch können Verknüpfungen hergestellt und Potenziale entdeckt werden. Denn: Stirbt der Handel, hat das große Folgen für uns alle!

Felix Zosel (UBE)

Felix Zosel, UBE | Foto: Ideenmühle

Der 1968 geborene Projekt-Bauoberleiter ist in Eckenhaid aufgewachsen, wo er bis heute mit seiner Familie lebt. Nach einer kaufmännischen Lehre und der Weiterbildung zum Fachkaufmann war er in einem pharmazeutischen Unternehmen tätig, dann selbstständig in der Baubranche, in der er heute im Angestelltenverhältnis tätig ist.

Seit 12 Jahren ist der passionierte Langstreckensportler in UBE politisch als Mitglied des Gemeinderats aktiv – drei Jahre davon als Fraktionsvorsitzender und seit sechs Jahren als 3. Bürgermeister.

Felix Zosel antwortet:

  1. Mein Politikstil ist bürgernah, offen und ergebnisorientiert. Der direkte Austausch mit den Menschen ist Grundlage meiner Entscheidungen. Ich höre zu, nehme unterschiedliche Perspektiven ernst und kommuniziere transparent. Mir geht es nicht um Debatten um ihrer selbst willen, sondern um konkrete, realistische Lösungen, die umsetzbar sind und den Alltag spürbar verbessern. Gemeinsam möchte ich Verantwortung übernehmen und Vertrauen stärken.
  2. Eckental soll sich mit Augenmaß weiterentwickeln. Wachstum darf kein Selbstzweck sein, sondern muss zur Struktur unserer Gemeinde passen. Der demographische Wandel ist dabei zwingend zu berücksichtigen – wir brauchen passenden, generationengerechten Wohnraum und eine vorausschauende Infrastrukturplanung. Gleichzeitig müssen Natur und Landschaft geschützt werden. Innenentwicklung und Flächensparen haben für mich klare Priorität.
  3. Die Einkaufsmöglichkeiten in Eckental sind insgesamt sehr gut und sichern eine solide Nahversorgung. Leerstände sind derzeit nur vereinzelt vorhanden, dennoch gibt es Potenzial zur Weiterentwicklung. Besonders regionale Läden und Anbieter stärken die Attraktivität unserer Ortszentren und fördern die Identität vor Ort. Eine starke lokale Wirtschaft ist zugleich Grundlage für sichere Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung in unserer Gemeinde.

Sara Kircher (Die Linke)

Sara Kircher, Die Linke | Foto: Privat

Die 2006 geborene Studentin der molekularen Medizin hat bisher keine politischen Ämter oder Ehrenämter bekleidet. Sie lebt seit 18 Jahren im Eckentaler Ortsteil Eckenhaid und ist die erste Bürgermeisterkandidatin ihrer Partei in der Geschichte der Marktgemeinde. Sie steht für ein buntes, soziales und ökologisches Eckental, dazu möchte sie als Bürgermeisterin oder auch als Gemeinderätin ein Sprachrohr für die jüngere Generation sein.

Sara Kircher antwortet:

  1. Es würde natürlich weiterhin eine Frau im Amt bleiben und gerne will ich auch so viel Präsenz zeigen wie unsere bisherige Bürgermeisterin, aber ich würde eine deutlich ökologischere und sozialere Herangehensweise präferieren. Wir müssen Eckental zukunftssicher machen mit sozialem und modernem Wohnungsbau, erneuerbaren Energien und einem zuverlässigen öffentlichen Verkehr. 
  2. Meine Partei und ich sind sehr für sozialen Wohnungsbau, aber darunter sollten nicht die Landwirtschaft und die Umwelt leiden, deshalb bin ich für „Innen statt Außen”. Dabei müssen wir auf den Ausbau der Ortskerne setzen, Programme wie „Jung kauft Alt” wahrnehmen und auch Öko-Fördergelder aktiv nutzen, zum Beispiel für Gemeinschaftsgärten oder Bio-Automaten. Dazu, denke ich, ist es wichtig, Mobilität mitzuplanen mit beispielsweise E-Ladestationen, Fahrradwegen und Carsharing-Plätzen.
  3. Dafür habe ich verschiedene Ansätze. Einmal könnte man Leerstand durch eine Art „Leerstandsabgabe” (sofern rechtlich möglich) entgegenwirken, dazu könnte man soziale und junge Unternehmen, wie Start-ups, Unverpackt-Läden oder Cafés beim Start unterstützen und durch beispielsweise einen Lastenrad-Lieferservice die Läden unabhängiger von „dem perfekten Standort” machen, sowie damit ein Modell eines lokalen Lieferservice anbieten. Außerdem könnte man Eckental durch mehr Tempo-30-Beschränkungen, Begrünung und mehr Sitzmöglichkeiten insgesamt attraktiver zum Einkaufen und Spazierengehen machen.
Sebastian Singer, CSU | Foto: Privat
Gerhard Wölfel, FW | Foto: Rainer Filler
Astrid Marschall, Grüne | Foto: weisswieschwarz
Felix Zosel, UBE | Foto: Ideenmühle
Sara Kircher, Die Linke | Foto: Privat
Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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