Marktgemeinderat Eckental
Feierliche und persönliche Abschlusssitzung
- Ein prächtiger Blumenstrauß zum Schluss: Ilse Dölle wurde von ihrem Stellvertreter Reinhard Zeiß geehrt und aus dem Amt der Ersten Bürgermeisterin
verabschiedet. - Foto: Andreas Unbehaun
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Zum letzten Mal leitete Ilse Dölle
als Erste Bürgermeisterin!
Dass diese Gemeinderatssitzung im Großen Sitzungssaal des Eckentaler Rathauses nicht alltäglich sein würde, war schon an der Anzahl der Gäste und Zuschauer zu erkennen. Bis weit in das Foyer hinaus waren die Stuhlreihen voll besetzt, als Bürgermeisterin Ilse Dölle am Dienstag die Sitzung eröffnete. Es dürfte ganz nach dem Geschmack der scheidenden Rathauschefin gewesen sein, denn schließlich war die „47. Sitzung des Marktgemeinderates”, so die trockene und bürokratische Bezeichnung der Veranstaltung, die letzte von über 600 Sitzungen, die Ilse Dölle im Zeitraum ihrer beiden Amtszeiten zu leiten hatte. Und so glich die Veranstaltung von Beginn an eher einem Festabend, als einer Sitzung.
In der feierlichen und zugleich sehr persönlichen Abschlusssitzung hat sich der Eckentaler Marktgemeinderat am Dienstag, 28. April, von langjährigen Weggefährten verabschiedet – und vor allem von der scheidenden Ersten Bürgermeisterin Ilse Dölle. Bereits der Auftakt unterstrich den besonderen Charakter des Abends. Rund 60 Gäste sowie der gesamte Marktgemeinderat waren im Rathaus versammelt, als der ukrainische Pianist Alexey Petik mit seiner Musik eine eindrucksvolle Einstimmung schuf.
Ehrungen für langjähriges Engagement
Im Mittelpunkt der Sitzung standen zunächst die Ehrungen verdienter Marktgemeinderäte. Für zwölf Jahre ehrenamtliche Tätigkeit wurden Jochen Engelhard (CSU), Petra Steinbach (UBE), Thomas Weise (UBE), Felix Zosel (UBE), Reinhard Zeiß (CSU) sowie Dr. Monika Nottbeck (UBE) mit dem silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet. In ihrer Ansprache würdigte Ilse Dölle das Engagement der Geehrten und erinnerte an die Anforderungen kommunalpolitischer Arbeit – an Verantwortung, Geduld und den oft hohen persönlichen Einsatz. Dabei griff sie ein Zitat des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein auf: „Nicht die Ellenbogen sind unser wichtigstes Körperteil, sondern Herz und Verstand.”
Bürgermedaille für Ilse Dölle
Anschließend übergab Dölle die Sitzungsleitung an ihren Stellvertreter Reinhard Zeiß – ein symbolischer Moment, denn nun wurde sie selbst geehrt. Zeiß zeichnete den politischen Weg Dölles nach: Seit 1996 gehört sie dem Marktgemeinderat an, war von 2008 bis 2014 dritte Bürgermeisterin, gründete später die UBE und wurde 2014 zur Ersten Bürgermeisterin gewählt. Für dieses langjährige Wirken erhielt sie die Bürgermedaille in Gold – die zweithöchste Auszeichnung der Marktgemeinde, die bislang an lediglich 13 Persönlichkeiten verliehen wurde. In den anschließenden Wortbeiträgen wurde deutlich, welche Bedeutung Ilse Dölle für Eckental hat. Thomas Weise bezeichnete sie im Namen der UBE als „Herzstück” und „Ideengeberin”. Symbolisch standen dafür ein „Stein der Weisen”, ein Herz und die Einheit der 13 Ortsteile Eckentals. Auch kulturell erhielt der Abend eine besondere Note: Auf Wunsch von Ilse Dölle spielte Pianist Alexey Petik das Stück „Lippen schweigen” aus der Operette Die lustige Witwe. Zudem trug Dr. Ewald Maier – selbst viele Jahre Mitglied des Marktgemeinderats und persönlicher Freund des inzwischen verstorbenen Heimatdichters Franz Fink – dessen Gedicht über die Heimatgemeinde Eckental vor.
Verabschiedung verdienter Gemeinderäte
Im weiteren Verlauf wurden die ausscheidenden Mitglieder des Marktgemeinderats verabschiedet. Namentlich gewürdigt wurden Martin Hofmann (CSU), der dem Gremium 34 Jahre angehörte, Dr. Harald Betz (UBE) sowie Annika Mück (SPD). Die zuvor geehrten Dr. Monika Nottbeck und Thomas Weise scheiden ebenfalls aus. In Abwesenheit verabschiedet wurden Martina Alwon (Grüne) und Andreas Jungbauer (Freie Wähler).
Ein bewegender Abschied
Zum emotionalen Höhepunkt wurde die Verabschiedung von Ilse Dölle selbst. Reinhard Zeiß würdigte ihre zwölfjährige Amtszeit als Bürgermeisterin und beschrieb sie als prägende Persönlichkeit, die Eckental „aus dem Dornröschenschlaf geweckt” habe. Mit einem Augenzwinkern wurde sie dabei auch als „Königin von Eckental” bezeichnet, was er vor dem Hintergrund, dass Nürnberg und Heroldsberg ebenfalls einen König als Bürgermeister haben, für folgerichtig erklärte. Dann ergriff die scheidende Rathausschefin schließlich selbst das Wort. Sie blickte auf rund 600 Sitzungen zurück, die sie geleitet hat, und zog eine persönliche Bilanz: Eckental habe sich positiv entwickelt, die Verschuldung sei gesenkt worden, die Gemeinde stehe heute gut da. Sie dankte dem Marktgemeinderat, der Verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern sowie zahlreichen Wegbegleitern. Besonders emotional wurde es, als sie ihrer Familie dankte – ihrer verstorbenen Mutter, ihrem Vater Udo Dölle, ihren Söhnen Tom und Niklas sowie ihrem verstorbenen Ehemann Walter und ihrem heutigen Partner Bernhard. Hier stockte die Stimme und mancher der Anwesenden bekam feuchte Augen.
„Es war mir eine Ehre”
Zum Abschluss richtete sie den Blick nach vorn und wünschte ihrem Nachfolger Sebastian Singer Rückhalt und Unterstützung. Die Aufgabe als Bürgermeisterin bezeichnete sie rückblickend als großes Ehrenamt – und zugleich als echten Traumberuf. Mit den Worten „Es war mir eine Ehre” beendete Ilse Dölle ihre Abschiedsrede und somit auch den offiziellen Teil der Sitzung. Im Anschluss wurde mit Bürgermeisterinnen- Sekt angestoßen und Fingerfood gereicht. Noch lange standen die Gäste im Rathaus beim lockeren Get-Together zusammen und tauschten Erinnerungen aus.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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