„100+ Synagogen in Deutschland”
Ausstellung in Schnaittach

In Schnaittach wurde die Ausstellung „100+ Synagogen in Deutschland” erstmals präsentiert. | Foto: Udo Schuster
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Synagogen in der Vergangenheit sowie in der Gegenwart – und vielleicht auch in der Zukunft: Davon zeugt die neue Ausstellung „100+ Synagogen in Deutschland”, die im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach eröffnet wurde. Hierzu war der Initiator und Buchautor Alex Jakobowitz in die im 16. Jahrhundert erbaute Schnaittacher Synagoge gekommen.

Alex Jakobowitz beim Signieren. | Foto: Udo Schuster

Museumsdirektorin Daniela Eisenstein eröffnete mit ihren Grußworten die umfangreiche Bilderausstellung. Auch Landrat Armin Kroder, der außerdem als Vorsitzender des Trägervereins aktiv ist, sowie Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein waren dabei, als Jakobowitz die Bilderwände präsentierte. „Ich bedanke mich ganz herzlich für das enorme Interesse, das mit dem heutigen Besuch von so vielen Menschen zum Ausdruck kommt. Zudem gilt ein ganz herzliches Dankeschön an das Team des Jüdischen Museums Franken, das die ausgesprochen wertvolle Ausstellung zu uns nach Schnaittach gebracht hat. Das ist Bildungs- und Erinnerungsarbeit in der besten Form”, sagte Landrat Armin Kroder und wünschte der Ausstellung den verdienten Erfolg.

Mit dem lateinischen Ausspruch „si tacuisses, philosophus mansisses”, also nicht geschwiegen zu haben und deshalb kein Philosoph zu sein, begrüßte Bürgermeister Pitterlein die Besucher. Als Verantwortungsträger des Marktes Schnaittach freue er sich, dass die erstmalige Präsentation der Ausstellung hier stattfindet. Er mahnte aber auch, dass es immer noch wichtig sei, für die Gleichbehandlung des jüdischen Lebens in Deutschland zu kämpfen und über die Ausübung des jüdischen Glaubens zu sprechen.

Unter den aufmerksam lauschenden Gästen fanden sich aus der politischen Ebene auch Gemeinderäte sowie Marlene Mortler und Georg Brandmüller als ehemaliger Schnaittacher Bürgermeister. Auch aus Ottensoos, vom dortigen Freundeskreis der ehemaligen Synagoge, waren Gäste gekommen.

Ausstellung zum gleichnamigen Bildband

Die Ausstellung hatte in Schnaittach ihre Premiere: Sie wird hier erstmalig gezeigt und später noch in vielen weiteren Orten präsentiert werden. Bei der Eröffnung stellte Alex Jacobowitz auch sein Buch „100+ Synagogen in Deutschland” vor. Der Prachtband ist ein atemberaubendes Feuerwerk jüdischer Architektur: von bescheidenen, handbemalten fränkischen Landsynagogen über die UNESCO-Weltkulturerbestätten in Erfurt und Wörlitz bis hin zu hypermodernem Design in Mainz und am Frankfurter Flughafen. Barocke, klassizistische, romanische und neomaurische Sakralbauten werden ebenso vorgestellt wie ein Bauhaus-Tempel in Hamburg.

Das Buch zeigt auch indirekt, was es heute nicht mehr gibt: Für jede Synagoge, die in diesem Buch porträtiert wird, gab es vor dem Zweiten Weltkrieg neun weitere. Beschrieben sind unter anderem die Synagoge und das Jüdische Museum in Ermreuth sowie die Alte Synagoge in Schnaittach.

Die Wechselausstellung im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach ist noch bis 1. November zu sehen. Geöffnet ist das Museum Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Udo Schuster
www.juedisches-museum.org

In Schnaittach wurde die Ausstellung „100+ Synagogen in Deutschland” erstmals präsentiert. | Foto: Udo Schuster
Alex Jakobowitz beim Signieren. | Foto: Udo Schuster
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wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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