Verein "Von Herz zu Herz e.V." aus Kalchreuth
Hilfe für Kinder auf den Philippinen

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Auch der Inselstaat ist von Corona heimgesucht
Auf den Philippinen ist die Not wegen des grassierenden Corona Virus riesengroß. Der Kalchreuther Verein "Von Herz zu Herz e.V." versucht unter erschwerten Bedingungen seiner Aufgabe, den Ärmsten der Armen zu helfen, gerecht zu werden. Das wochenblatt 51/2019 berichtete schon vor Weihnachten unter "Ein Kalchreuther Verein hilft den Ärmsten". Aufgrund der aktuellen Notlage hat die Kalchreuther Frontfrau der Hilfsorganisation Bärbel Rahideh gerade erst ein dringender aufgeregter Hilferuf ihres Vorort-Helfers Ed erreicht. "Alle kommen zu mir und flehen mich an, ob wir, 'Von Herz zu Herz' ihnen schnellstmöglich helfen können", so der Vertrauensmann und Organisator, der telefonisch in enger Abstimmung mit Bärbel Rahideh die Hilfsmöglichkeiten im Interesse des Vereins umzusetzen versucht. "Die Leute können alle ihren armseligen Jobs als Laundry Women (Wäschefrauen) oder Farmer nicht mehr nachgehen, darum hat niemand mehr etwas zu essen", so Bärbel Rahideh.
Im wahrsten Sinne "himmelschreiend" ist die momentane Lage für die vielen Kinder und alle anderen die auf der philippinischen Insel Samar hungern müssen, so Rahideh. Seit etwa 16 Jahren ist der Wirkungskreis des kleinen Hilfsvereins, der Not und Elend der Menschen dort lindern will, rund um das 1000-Seelen-Dorf Lucerdoni. "In der jetzigen globalen Corona-Krise dürfen Menschen wie wir, denen es noch verhältnismäßig gut geht, helfendes Handeln für andere Menschen im Sinne der Nächstenliebe, die Augen vor Not und Elend nicht verschließen" so Bärbel Rahideh und appelliert an die Hilfsbereitschaft der Menschen im Wochenblatt-Land.
Bisher war sie zweimal im Jahr (selbstfinanziert), im Frühjahr und Herbst für mehrere Wochen im Einsatzgebiet, um mit ihrem Helferkreis das Lebenswichtigste zu organisieren und aufzubauen aber auch das Notwendigste zu beschaffen – alles natürlich nur möglich mit den Spendengeldern. Jetzt ist alles anders, das Corona Virus hat die ganze Welt im Griff und auch massive Auswirkungen im Inselreich. Das Gesundheitswesen in den Philippinen ist im weltweiten Vergleich leicht unterdurchschnittlich entwickelt. "Der Flughafen in Manila ist gesperrt, alle müssen zu Hause bleiben. Die Wirtschaft ist zum Stillstand gekommen. Geschlossen sind auch alle Shopping-Malls, Schulen und Universitäten. Das tödliche Virus frisst sich von einer Insel zur nächsten", berichtet Bärbel Rahideh. So muss sie jetzt zwangsläufig per Skype und WhatsApp von hier aus agieren (24 Stunden, immer in Bereitschaft). Da ist ihr Ed, dem sie einst auf die Beine geholfen hat, als Vertrauensperson mehr als ein verlängerter Arm, ein unentbehrlicher Helfer. Vor Ort fungiert der junge Mann, gewissermaßen als Fels in der Brandung. Seit etlichen Jahren arbeitet er für den Verein, ist für die notleidenden Menschen quasi rund um die Uhr da und damit der Kalchreutherin eine ganz wichtige tatkräftige Unterstützung.
Auch in Lucerdoni herrscht der verhängte Ausnahmezustand. "Niemand darf raus, da schon mehrere Fälle von Covid-19, auch im Nachbardorf aufgetreten sind, auch sind schon Patienten daran gestorben, daher ist alles unter Polizeikontrolle", so Rahideh weiter. Wer aus seiner Hütte rausgeht, wird sofort verhaftet. Bewaffnete Polizei und Sicherheitsleute haben die einzige Zufahrtstraße abgeriegelt. Raus und rein darf nur wer eine ID-Identifikation hat. "Aber die haben die Ärmsten natürlich nicht, weil es Geld kostet". Der brutal autoritär regierende philippinische Präsident Rodrigo Duterte ist offenbar mit der Corona-Lage in seinem Land völlig überfordert, wie einige Medien berichten. Für die mehr als 57 Millionen Menschen im Land gelten inzwischen rigorose Ausgangsbeschränkungen. Weil viele Bewohner in den Armenvierteln auf die Straßen gehen und gegen die schlechte Versorgung mit Lebensmitteln protestieren, kommt es zunehmend immer wieder zu Verstößen. Der diktatorische Machthaber Duterte hat nun Polizei und Militär dazu aufgerufen, gegen Bürger die sich der Staatsgewalt widersetzen, Waffengewalt einzusetzen.
In seiner verzweifelten Lage versuchte Ed einen Lkw mit einer Ladung Reis und Ölsardinen zu den Familien nach Lucerdoni zu bringen. Dafür brauchte er die Genehmigung des Bürgermeisters, doch die bekam er nicht - "Nicht erlaubt", hieß es lapidar. Nach etlichen Telefonaten, endlich vier Tage später ging es dann doch. Laut Frau Rahideh kommt mittlerweile einmal in der Woche ein "Mobiler Markt", ein Lastwagen mit Lebensmitteln in das Dorf, aber das Essen kostet Geld, was die armen Familien leider nicht haben. Über 400 Familien leben in Lucerdoni, der Verein hat jetzt zirka 200 davon unter die Arme gegriffen. Hier zeigt "Von zu Herz" beeindruckenden länderübergreifenden Zusammenhalt und Menschlichkeit. Aller Krisen zum Trotz hat die Großherzigkeit des Vereins in Lucerdoni bereits über 1.000 Menschen das Leben gerettet. Ed und ein Fahrer riskierten uneigennützig eine Virus-Infizierung, weil sie das Geschrei der hungernden Kinder nicht mehr ertragen konnten. Sie setzten die große Aktion, den "Von Herz zu Herz"-Lebensrettungsplan um. Sie fuhren mit zwei mutigen Helfern in das zwei Stunden entfernte Calbayog, dort gibt es die Reiszuteilungen. Dabei mussten vier bis fünf Checkpoints durchlaufen werden, mit Fiebermessen, vorgegebener Schutzkleidung und der unbedingten schriftlichen erforderlichen Erlaubnis des Bürgermeisters. Ed muss weit entfernt nach dem lebenswichtigen Reis suchen und auch viele Fragen beantworten. Der billigste Reis von drei Peso ist ausverkauft, jetzt kostet das kg über 40 Pesos (fast ein Euro). Fünf Kilo Reis und drei Dosen Sardinen oder Nudeln war die Ration, die an jede Familie abgegeben wurde. Die 25 Patenkinder-Familien erhielten je einen Sack Reis, damit können sie einen Monat überleben. In den Lebensrettungsplan einbezogen waren die zehn Arbeiterfamilien der "Herz zu Herz Organic Farm", die 35 Säcke Reis bekamen.
Die Leute haben nicht mal Seife zum Händewaschen, die Hilfsbedürftigen brauchen dringend Hilfe. Der Verein will noch mehr Reis kaufen. Diese Krise ist eine echt große Herausforderung, darum hofft Bärbel Rahideh umso mehr auf die Hilfsbereitschaft-, Stichwort Solidarität, aller Mitmenschen.
Inzwischen hat der Kalchreuther Herz-Verein über 80 Patenkinder die er bis zur Berufsausbildung unterstützt hat. 25 Patenkinder können (wie berichtet) in Lucerdoni mit Hilfe der Spendengelder aus Deutschland regelmäßig die Schulen oder sogar das College besuchen. Der Verein sorgt auch und vor allem für ein "menschenwürdiges Zuhause" und in Lucerdoni bis 2019 sein 69. Hausprojekt abgeschlossen. Nebenbei wurde auch, hauptsächlich zum eigenen Broterwerb, im Laufe der letzten Jahre mit der "Herz zu Herz Organic Farm" eine kleine Landwirtschaft aufgebaut, unter anderem mit Gemüse- und Getreideanbau, mit einigen Tieren und einem Trinkwasserbrunnen.
Informationen gibt es bei Bärbel Rahideh; E-Mail: brahideh@web.de
Spendenkonto: Von Herz zu Herz e.V.
Sparkasse Erlangen
IBAN: DE58763500000020003070
SWIFT-BIC: BYLADEM1ERH
(Text: Georg Heck)

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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