Igensdorf informiert zur Wasserversorgung
Große Aufgaben

Etwas mehr als 100 Bürger kamen – inklusive der Gemeinderatsmitglieder – zum Info-Abend der Marktgemeinde Igensdorf in die Lindelberg Kulturhalle. | Foto: Sabine Büssert
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  • Etwas mehr als 100 Bürger kamen – inklusive der Gemeinderatsmitglieder – zum Info-Abend der Marktgemeinde Igensdorf in die Lindelberg Kulturhalle.
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Beim Info-Abend der Marktgemeinde Igensdorf zur kommunalen Wasserversorgung wurden nach den Vorträgen zahlreiche Fragen gestellt – viele wurden beantwortet, einige bleiben offen.
Bürgermeister Edmund Ulm, Wassermeister Bernhard Britting und Projektleiter Stefan Popp schilderten die aktuelle Situation, den Handlungsbedarf sowie die laufenden und geplanten Maßnahmen. Geschäftsleiter Michael Pfundt und Max Brust vom Planungsbüro Weyrauther erläuterten rechtliche Grundlagen und das von 2022 bis 2025 entwickelte, umfassende Strukturkonzept.

Derzeit werden alle Ortsteile außer Pommer aus den Brunnen 2 und 3 über das Wasserwerk Pettensiedel und vier Hochbehälter versorgt. Die Anlagen stammen teilweise aus den frühen 1970er Jahren, die meisten davon sind sanierungsbedürftig. Gleiches gilt für das 59 Kilometer lange Leitungsnetz. Vermehrte Rohrbrüche verursachen – neben Feuerwehraktivitäten und Spülvorgängen – eine erhebliche Differenz zwischen jährlich mehr als 300.000 Kubikmetern gefördertem Grundwasser und weniger als 250.000 Kubikmetern über Wasserzähler abgegebenem Trinkwasser.

Ein dritter Brunnen mit der Bezeichnung 1A wurde vor drei Jahren neu gebohrt. Die Inbetriebnahme und Anbindung wäre Voraussetzung für die schrittweise Sanierung der beiden anderen Brunnen, erfordert allerdings zunächst eine Lösung für das Wasserwerk. Dieses soll nicht saniert, sondern durch einen Neubau an neuem Standort ersetzt werden.
Derzeit werden etwa 4 Kilometer Wasserleitungen erneuert für 3,5 Millionen Euro, davon 1,3 Millionen Euro aus dem bayerischen Förderprogramm RZWas.

Foto: Markt Igensdorf

Kostendeckende Finanzierung aus Gebühren
und Beiträgen

Die Kosten für die Umsetzung des Strukturkonzepts werden für die kommenden zwei Jahrzehnte auf insgesamt 25 bis 30 Millionen Euro geschätzt. Genauer sind sie wegen schrittweiser Planung und Realisierung noch nicht abzuschätzen, so Bürgermeister Ulm.
Michael Pfundt erläuterte, wie die Kosten für die Wasserversorgung als eigener Bereich jenseits des Gemeindehaushalts über zwei Wege auf die Bürger übertragen werden: Die nach tatsächlichem Verbrauch erhobenen Gebühren sollen den laufenden Betrieb und Sanierungen abdecken, die Kosten für Neuinvestitionen und Verbesserungen werden in Form von Beiträgen auf Grundstücksbesitzer je nach Flächengröße umgelegt. Die Wasserversorgung müsse kostendeckend kalkuliert werden und dürfe über längeren Zeitraum hinweg weder Defizite noch Gewinne erwirtschaften.

Jahrzehntelange Versäumnisse
und ungerechte Aufteilung

Diese Umlegungspraxis sorgte für Fragen und Kritik aus dem Saal und wird von vielen als ungerecht empfunden: Gefordert wurden deutlich höhere regelmäßige Gebühren zur Bildung vorübergehender Rücklagen, um drohende Beitragsbescheide über mehrere Tausend Euro wenigstens zu vermindern: „Wer viel verbraucht, zahlt viel.” 
Mehrere Zuhörer kritisierten ein „planloses Vorgehen” angesichts der immensen Aufgaben. Andere fragten, warum gebührenfinanzierte Sanierungen „jahrelang verschlafen” worden seien. Eine gute Frage, die er aber nicht umfassend beantworten könne, so der Bürgermeister. Eine Anpassung der Gebühren von 1,80 € auf 3,85 € pro Kubikmeter sei immerhin Anfang 2026 erfolgt, Versäumnisse habe es aber sicherlich gegeben.

Gefragt wurde auch, warum die Gemeinde nicht mit anderen Kommunen und Zweckverbänden zusammenarbeite, um Anlagen gemeinsam und damit Synergien zu nutzen. Laut Bernhard Britting sprechen dagegen bei manchen Optionen große Entfernungen, bei anderen fehlende Leistungsfähigkeit sowie auch Probleme mit der Mischbarkeit des an verschiedenen Stellen geförderten Grundwassers.
Hella Ziefer betonte für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, dass die Veranstaltung nur der Auftakt sei für den Austausch zum Thema Wasserversorgung. Die Verwaltung werde die Bürger im Mitteilungsblatt, auf der Homepage, über die Heimat-Info-App, im wochenblatt und in weiteren Veranstaltungen in den Prozess einbinden und auf dem Laufenden halten.

Sabine Büssert

Etwas mehr als 100 Bürger kamen – inklusive der Gemeinderatsmitglieder – zum Info-Abend der Marktgemeinde Igensdorf in die Lindelberg Kulturhalle. | Foto: Sabine Büssert
Foto: Markt Igensdorf
Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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