Heroldsberger Schüler in den USA
Ein Jahr zwischen Sheep-Show, Rodeo und Schule

Paul Münch aus Heroldsberg ist seit über einem halben Jahr dank eines Stipendiums in den USA. Jetzt hat er dem wochenblatt seinen ersten "Bericht" über seine ersten Monate auf dem amerikanischen Kontinent zukommen lassen.
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  • Paul Münch aus Heroldsberg ist seit über einem halben Jahr dank eines Stipendiums in den USA. Jetzt hat er dem wochenblatt seinen ersten "Bericht" über seine ersten Monate auf dem amerikanischen Kontinent zukommen lassen.
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Seit 1983 gibt das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Die Stipendiaten leben in den USA in einer Gastfamilie, gehen dort zur Schule und nehmen intensiv am gesellschaftlichen Leben teil. Das Programm richtet sich an junge, engagierte Menschen, die gerne in die USA gehen möchten und politisches Verständnis sowie Interesse mitbringen.

Berufsoberschüler Paul Münch wurde von MdB Stefan Müller für das Stipendium ausgewählt. Vor seinem Abflug hat das wochenblatt den jugen Heroldsberger gebeten, aus den USA zu berichten. Nun kam von Paul ein Bericht über seine Erfahrungen und Eindrücke. Das wochenblatt bedankt sich bei Paul und wünscht ihm weiter eine interessante Zeit.

Von Heroldsberg in die USA

Hallo, ich bin Paul Münch und verbringe seit August letzten Jahres mein Leben in dem Amerikanischen Staat Missouri. Auf das Parlamentarischen Patenschafts Programm (PPP) hat mich mein ehemaliger Englischlehrer aufmerksam gemacht. Die USA haben mich schon immer interessiert. Voraussetzung für die Teilnahme am PPP ist, dass man ein minderjähriger Schüler ist, ansonsten werden noch gute Noten empfohlen, die sind aber keine offiziellen Voraussetzungen. Der genaue Grund, warum ich ausgewählt wurde, wurde mir nicht mitgeteilt. Ich denke aber, dass meine Persönlichkeit und Willenskraft, um an dem Auslandsjahr teilzunehmen, unseren Bundestagsabgeordneten Stefan Müller überzeugt hat und er sich für mich entschieden hat.

Nach dem Abschied von Freunden und Familie ging es los. Von Frankfurt am Main über Washington nach St. Louis, Missouri.
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Los geht´s

Nach einem Abschied von meinen Freunden und Verwandten habe ich mich auf die Reise begeben. Ich wurde an dem Flughafen von St. Louis mit einem herzlichen „hello“ von meiner zukünftigen Gastfamilie willkommen geheißen.

Für ein Jahr ist Paul Münch Gast bei einer Familie in einem kleinen Ort Namens „Naylor” in Missouri. Für das wochenblatt schildert der Heroldsberger seine Eindrücke.
  • Für ein Jahr ist Paul Münch Gast bei einer Familie in einem kleinen Ort Namens „Naylor” in Missouri. Für das wochenblatt schildert der Heroldsberger seine Eindrücke.
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Meine Gastfamilie

Die folgenden Tage hat mich mein 16 jähriger Gastbruder durch unsere Ortschaft geführt und mir die Gegend näher gebracht. Meine Gastfamilie besteht aus zwei Eltern und zwei Kindern. Der Vater und die Mutter helfen dem Onkel meiner Gastmutter auf seiner Farm, neben ihrem normalen Beruf. Mein Gastbruder (16 Jahre alt) hilft auch auf der Farm, daher bin ich dort auch oft zu finden. Meine Gastschwester ist auf einem College (Universität), ich sehe sie demnach eher selten, sie ist 18 Jahre alt (sie studiert Lehramt für Arbeit mit behinderten Kindern.) Meine Gastfamilie ist sehr nett und offen, ich bin sehr glücklich mit ihr! Der Wohnort meiner Gastfamilie ist im kleinen Ort Naylor in Missouri.

Die Farm

Meine Gastfamilie besitzt eine Farm auf der ich tatkräftig versucht habe mitzuhelfen. Die Farm ist ca. 250 Acres groß (das sind um die 189 Fußballfelder). Mein Gastvater hat 90 Kühe auf dem Land und der Onkel meiner Gastmutter 100 Kühe. Außerdem haben sie dort Hunde und Katzen. Auf der Farm ist man ab und zu tätig, da ich ja nicht direkt auf ihr lebe. Ich würde aber schon sagen, dass ich in der Woche bis zu 10 Stunden auf der Farm bin. Diese Zeiten bestehen aber nicht aus durchgehenden Arbeiten. Wir hacken dort Holz für den Winter, füttern die Kühe und reparieren Dinge. Das sind hauptsächlich die winterlichen Arbeiten, da man außer Haus nicht viel machen kann.

Paul Münch lebt hier in der Gastfamilie neben einer großen Farm, die dem Onkel der Gastmutter gehört.
  • Paul Münch lebt hier in der Gastfamilie neben einer großen Farm, die dem Onkel der Gastmutter gehört.
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Paul ist beeindruckt von der schönen Landschaft, an deren Flüssen er mit Freunden fischt und deren Wälder zum Campen einladen. Der Schriftsteller Mark Twain, bekannt als Autor von „Tom Sawyer”, stammt übrigens aus Missouri, was beim Anblick solcher Szenen nicht verwundert.
  • Paul ist beeindruckt von der schönen Landschaft, an deren Flüssen er mit Freunden fischt und deren Wälder zum Campen einladen. Der Schriftsteller Mark Twain, bekannt als Autor von „Tom Sawyer”, stammt übrigens aus Missouri, was beim Anblick solcher Szenen nicht verwundert.
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Baseball

Auch wurde ich unserer Schul-Baseball-Mannschaft der Naylor Highschool vorgestellt, bevor die Schule begonnen hat. Die Zeit, in der Baseball Season hat sehr viel Spaß gemacht, da ich dort alle Schulen in der Umgebung kennengelernt habe und viel in Kontakt mit meinen Mitschülern war. Die Schule, die ich besuche legt viel Wert auf Sport, daher ist der Schulstoff nicht so weit ausgeprägt wie ich es normalerweise kenne. Ich habe auch im November das traditionelle Homecoming erlebt, in dem das Basketball Team sein erstes Heimspiel hat. Dort durfte ich als Basketball Spieler mit an dem Spiel teilnehmen. Zum Glück hat unser Team (43-41) gewonnen. Bei der Feier wird die Homecoming Queen gewählt, deren Begleiter ich war.

Pig und Sheep-show

Weitere Country Ereignisse, die ich miterleben durfte, waren eine „Pig Show“, auf der jeder Schüler der ein Schwein besitzt und dieses aufgezogen hat, zur Schau stellt. Ich habe das Schwein einer Mitschülerin, die mehr als ein Tier hat, zeigen dürfen. Kompliziert an der „Pig-Show” war, dass die Schweine schwer zu steuern sind . Man lenkt sie mit einem Stab, den man an den unteren Hals von dem Schwein tippt. Sie rennen von einem manchmal weg und können in einen „Kampf“ mit einem anderen Schwein geraten. Beides ist bei mir nicht passiert, da habe ich nochmal Glück gehabt. 

Auch bei der „Pig Show” durfte Paul ein Tier vorführen. Eine Mitschülerin, die mehrere Tiere besitzt, lieh ihm eigens dafür ein Schwein.
  • Auch bei der „Pig Show” durfte Paul ein Tier vorführen. Eine Mitschülerin, die mehrere Tiere besitzt, lieh ihm eigens dafür ein Schwein.
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Eine „Sheep-Show“ ist genau das Gleiche, aber mit Schafen. Das Schaf, welches ich präsentiert habe, war von einem Mitschüler, der nicht teilnehmen konnte wegen einer Quarantäne). Die „Sheep-Show” war weniger schwer, aber das Schwierigste für mich war, mich mit dem Sheep „anzufreunden“. Ich habe nämlich erst kurz vor der Show erfahren, dass ich auch ein Sheep zeigen darf, da habe ich dem Schaf gutes Essen gebracht und es an mich gewöhnen lassen – am Ende hat das dann gepasst.

Paul Münch mit „seinem Sheep”.

Rodeo

Und dann habe ich ein „Rodeo“ erlebt. Ein ist schon ein tolles Erlebnis, zu erleben, wie die Reiter eine Kuh mit dem Lasso einfangen. Wir sind auch öfters campen gegangen und haben gegrillt und gefischt.

Ein weiteres Country Event, das Paul miterleben durfte, war der Rodeo.
  • Ein weiteres Country Event, das Paul miterleben durfte, war der Rodeo.
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Landleben

Mir als Heroldsberger ist es nicht ganz so schwer gefallen, mich an dieses Landleben zu gewöhnen, es ist eine wunderschöne Zeit, die ich dank MdB Stefan Müller wahrnehmen darf. Ich habe nette neue Bekanntschaften gemacht und daher interessante Menschen kennen gelernt, gerade in der Kirche unternimmt man viel zusammen.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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