Die evangelische Kirchengemeinde St. Anna Forth lädt herzlich am Dienstag, 19. Mai, um 19 Uhr im Gemeindesaal in Forth ein zum Vortrag von Dr. Sumaya Farhat-Naser. Die christliche Friedenspädagogin und Autorin aus Palästina wird an diesem Abend über die aktuelle Situation in ihrer Heimat berichten und auch Fragen beantworten. Zu ihrem Vortrag schrieb sie im Februar 2026:
„Ich werde über die Lage bei uns berichten, wo wir wie nie zuvor um unser Dasein und Überleben bangen. Der Krieg gegen uns ist im vollen Gang. Die Siedler, paramilitärische Organisation, die vom Militär unterstützt und beschützt wird, überfallen unsere Ländereien und Häuser. Sie haben die Bauern verhindert Oliven zu ernten, und jetzt ist die Zeit, die Böden zu pflügen. Sie vertreiben die Pflugtiere und Menschen, stehlen die Geräte, Traktoren und Esel und Maulesel und drohen den Bauern, sie würden getötet, wenn sie das Land bearbeiten. Das Israelische Parlament hat das ganze Westbank-Land als ausschließlich jüdischen Besitz erklärt. Das bedeutet, wir verlieren unser Land und unser Dasein. Die Brutalität der Siedler und des Militärs, wie auch das unvorstellbare Quälen und Foltern in den Gefängnissen sind so stark geworden, dass wir erkennen, die Menschlichkeit verschwindet. Dennoch wollen wir glauben und hoffen. Ich werde auch sprechen über meine Arbeit im Bereich der Friedenserziehung mit Frauen und Jugendlichen und unser Bemühen, Mensch zu bleiben, Glauben und Hoffnung zu behalten.“
Sumaya Farhat-Naser, geboren 1948 in Birseit bei Ramallah, studierte Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg. Promotion in Angewandter Botanik. Ab 1982 war sie Dozentin für Botanik und Ökologie an der Universität Birseit. Sie ist Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen, u. a. von Women Waging Peace (Frauen kämpfen für den Frieden) an der Harvard-Universität und von Global Fund for Women in San Francisco. Von 1997 bis 2001 war sie Leiterin des palästinensischen Jerusalem Center for Women. 1989 erhielt Sumaya Farhat-Naser die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Münster. 1995 wurde Sumaya Farhat-Naser mit dem Bruno-Kreisky-Preis und 1997 mit dem Buchpreis des Deutschen Verbandes Evangelischer Büchereien sowie dem Versöhnungspreis „Mount Zion Award“ in Jerusalem ausgezeichnet.
Eintrittsgeld wird keines erhoben, um Spenden wird gebeten.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |