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WORTE, MUSIK und GESANG - Mutmacher in der Corona-Krise für Jung und Alt

"Oh happy day..." zur Freude von Sängern und Zuhörern: "Blue Church Singers" mit Chorleiterin Astrid Lierenfeld, Konzert in der Friedenskirche
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  • "Oh happy day..." zur Freude von Sängern und Zuhörern: "Blue Church Singers" mit Chorleiterin Astrid Lierenfeld, Konzert in der Friedenskirche
  • Foto: M.Schi.
  • hochgeladen von Annegret Schildknecht

Liebe Leser, Vorleser und Hörer!

In den Wochen der derzeitigen Corona-Pandemie habe ich zufällig einige CHORkollegen getroffen, die wie ich im CHOR "Blue Church Singers" der Friedenskirche Eckenhaid oder auch in einem der vielen anderen CHÖRE in Eckental miteinander singen.
Ein bisschen wehmütig haben wir an die bereichernden CHORproben und an die verschiedenen Konzerte gedacht. Schließlich sind wir in der Hoffnung auseinandergegangen, bald wieder gemeinsam in unserem jeweiligen StammCHOR oder auch in den diversen ProjektCHÖREN bei besonderen Konzerten miteinander singen zu können und die Zuhörer zu erfreuen.
Gemeinsam singen zu können, darauf warten nun Alle, die gern singen, mit Geduld und in Vorfreude. Bis es wieder soweit ist, kann jeder für sich allein zu Hause singen, was natürlich nicht vergleichbar ist, denn ein wichtiger Faktor, die direkte menschliche Nähe, die sich auch aufgrund der gleichen Interessen ergibt, fehlt. Aber zumindest können wir uns dabei an Vergangenes erinnern, und zwar nicht nur an die Chorproben und Konzerte, sondern auch an die schönen gemeinschaftsstabilisierenden Chorreisen, die die "Blue Church Singers", wie auch andere Eckentaler Chöre, unternommen haben. Und wir können uns auf Wiederkehrendes in der Zukunft freuen. Beim derzeitigen Allein-Zuhause-Singen ist mir in Anlehnung an den populären Song von Rudi Carrell „Wann wird es endlich wieder Sommer …“ der auf die heutige Corona-Zeit angepasste folgende Text zu der eingängigen Melodie eingefallen: "Wann können wir endlich wieder singen, so wie es vor Corona einmal war...". Eine Antwort darauf gibt es leider noch nicht.

Wie die vielen Sänger, Chorleiter und andere Kulturschaffende freut sich auch Astrid Lierenfeld, Sängerin und Chorleiterin der "Blue Church Singers", auf eine hoffentlich baldige Fortführung ihrer künstlerischen Tätigkeit. In Vorfreude auf die Zeit, wenn Alle wieder gemeinsam ohne Mund- und Nasenschutz, dem „Babbmlabbn“ wie es auf Neu-Fränkisch so schön heißt, singen können, können Sie hier das von Astrid Lierenfeld auf Youtube eingestellte Gospellied „Oh happy day“ hören. Dieses Lied haben die "Blue Church Singers" schon oft unter ihrer Leitung in der Friedenskirche oder auch bei einem Flashmob in der Nürnberger Innenstadt in Interaktion mit interessierten Passanten gesungen.
Zum Hören von „Oh happy day“ klicken Sie bitte hier

Lesen Sie nun eine kurze humorvolle CHOR-Geschichte zum Schmunzeln von Rafik Schami, die in seiner Kindheit in Syrien spielt. Seit 1971 lebt er in Deutschland, wo er als Schriftsteller arbeitet.

CHOR
Das war eine herbe Niederlage für meine Mutter!
Seit Wochen hatte sie mich genervt, ich solle doch im Kirchenchor unserer Gemeinde singen. Also bin ich ihr zuliebe heute hingegangen. Dafür hat sie mir sogar zwei Orangen als Belohnung gegeben, was wiederum meine Schwester furchtbar geärgert hat. Sie will jetzt auch in einen Chor gehen, wenn sie dafür zwei Orangen bekommt.
Wir haben uns um zwei Uhr auf dem Kirchhof getroffen. Der Pfarrer, der für den Chor verantwortlich ist, holte uns ab. Er wollte uns Neulinge erst mal prüfen. Wir mussten ihm ein paar „Kyrieeleison“ nachsingen, aber er schaute jedes Mal ganz irritiert. „Da brummt doch einer!“ stellte er fest. Den Georg, der in der ersten Reihe stand, fand er gleich heraus. Der Pfarrer flüsterte ihm etwas zu und Georg schlich zur Tür hinaus. Dann mussten wir wieder singen, aber der Pfarrer war immer noch nicht zufrieden.
„Wer brummt denn da noch?“, fragte er missbilligend.
Wir schauten uns alle an und zuckten die Schultern.
Da teilte er uns in drei kleine Gruppen auf. Ausgerechnet die Gruppe, in der ich war, hatte den Brummer. Ich versuchte, so leise und fein wir nur möglich zu singen.
Der Pfarrer nickte bedeutsam mit dem Kopf. Er kam zu mir und klopfte mir auf die Schulter.
„Nichts für ungut, mein Sohn“, meinte er, „aber du hast eine viel zu tiefe Stimme. Na ja, da hast du Pech gehabt.“
Als ich nach draußen ging, lungerte dort mein Freund Georg noch immer vor der Tür herum und als er mich sah, grinste er mich an. „So ein blödes Quaken“, sagte er. „Ich hab die ganze Zeit absichtlich falsch gesungen.“ Auf dem Heimweg plärrte er mir mit seinen blöden Sprüchen die Ohren voll.
Zu Hause angekommen wunderte ich mich über die vielen Nachbarinnen, die bei meiner Mutter Kaffee tranken. Sie war voreilig gewesen und hatte überall erzählt, der Pfarrer habe mich persönlich gebeten, im Kirchenchor zu singen.
Als sie mich so frühzeitig wieder in der Tür stehen sah, schaute sie mich entgeistert an.
Ich sagte ihr, dass der Pfarrer mich hinausgeschmissen habe, und meine Mutter bekam einen Wutanfall, aber nicht auf mich, sondern auf den Pfarrer. Die anderen Frauen versuchten, meine Mutter zu trösten, aber sie wollte nichts mehr hören, nahm mich und meine Fähigkeiten als Sänger in Schutz und schimpfte nur: „Was versteht dieser alte Rabe denn von Gesang?“....
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In Vorfreude auf die Zeit, wenn Alle, die gemeinsam singen möchten, dies wieder ohne Angst vor zuviel körperlicher Nähe und vor den damit verbundenen gefährlichen virenbeladenen Aerosole tun können, die lt. der Expertenmeinung bei engagiertem Singen wesentlich weiter fliegen als beim Sprechen, warten wir jetzt mit Geduld auf den entsprechenden Startschuss zum vorsichtigen Neubeginn.
Allein singen können wir auch jetzt immer und überall, und unter bestimmten Bedingungen und unter Einhaltung von Regeln auch gemeinsam, wie die vielen Sänger und Musiker, die seit der Corona-Krise sonntags am Abend das von Beethoven vertonte Gedicht „Ode an die Freude“ mit dem gebotenen Mindestabstand auf dem Balkon oder am geöffneten Fenster singen und auf Instrumenten spielen. Das ist natürlich sehr schön, aber die menschliche Nähe, ohne Einhaltung einer Distanz von 1,5 Metern, ist u.a. auch beim Musizieren und Singen ein nicht zu vernachlässigender Wohlfühlfaktor. 
Unabhängig davon wurde dieses besondere Lied 2014, in der Vor-Corona-Zeit, bei einem Flashmob in Nürnberg auf dem Platz vor der Lorenzkirche von der Nürnberger Philharmonie und dem Hans-Sachs-Chor und vielen begeisterten Passanten gemeinsam gesungen und gespielt. So kommt gemeinsame Freude auf, die die Herzen und Sinne beflügelt. 
Zum Hören von „Ode an die Freude“ klicken Sie bitte hier

Und nun zum Abschluss noch ein Gedicht zum Thema Singen, frei nach Wilhelm Busch:
SINGEN ist LebensFREUDE und ZuFRIEDENheit!
Singen macht froh, zufrieden und gesund,
sagt seit je des Volkes Mund,
für die Jungen wie auch für die Alten,
glättet Kummer, Ärger, Falten.
Lustig schnattert rings die Runde
vor des Gesanges großer Stunde.
Alles hört mit gespannten Sinnen,
wie der Gesang ist richtig zu beginnen.
Gesang ist mehr als Medizin, traurig ist das Leben ohne ihn.
SINGEN ist NATURgewalt, und wer singt wird niemals alt!

In diesem Sinne: Lasst uns Alle jung bleiben - zumindest im Herzen -, und fröhlich, zufrieden, geduldig und gesund! Und ...
Annegret Schildknecht 

Hinweis:
Alle Beiträge zu meinen digitalen Vorlesestunden finden Sie hier

Autor:

Annegret Schildknecht aus Eckental

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