22. DIGITALE VORLESESTUNDE FÜR ALLE KINDER, KIGA-ERZIEHERINNEN/ERZIEHER, ELTERN, GROSSELTERN UND ANDERE JUNGGEBLIEBENE
Starke Freunde – Dialogische Vorlese- / Erzählstunde im Sommerferienprogramm Jugendbüro Eckental mit Grundschulkindern und ehemaligen Vorlesekindern aus dem evangelischen Kindergarten Eckenhaid

Elmar, der bunt-karierte Elefant, ein von manchen Kindern gewünschtes Haustier: Vorlage ausgemalt von einer Bewohnerin m ehemaligen Seniorenheim DZE in Eckental-Forth
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  • Elmar, der bunt-karierte Elefant, ein von manchen Kindern gewünschtes Haustier: Vorlage ausgemalt von einer Bewohnerin m ehemaligen Seniorenheim DZE in Eckental-Forth
  • Foto: M.Schi.
  • hochgeladen von Annegret Schildknecht

Liebe Kinder, Erzieherinnen/Erzieher, Teilnehmer an meinen diesjährigen Sommerferienkursen Nr. 86 und Nr. 91, Eltern, Großeltern und andere Junggebliebene,

herzlich willkommen zu meiner 22. digitalen, dialogischen Vorlese- und Erzählstunde für ALLE. Leider kann ich immer noch nicht meine Vorlesekinder aus der „Entenlandgruppe“ im evangelischen Kindergarten Eckenhaid persönlich treffen. Daher sind auch diesmal wieder die Erzieherinnen und andere liebe Menschen aus dem Umfeld der Kinder gefragt, ihnen meine Montagsgeschichte vorzulesen und die Bilder zu zeigen.
Wenn ich, so wie außerhalb der Corona-Pandemie einmal die Woche üblich, am kommenden Montag, dem 17. August 2020, zu den Entenland-Kindern in meine Vorlesestunde im evangelischen Kindergarten Eckenhaid kommen könnte, dann würde ich ihnen als erstes von meinen Kursen für Grundschüler im Sommerferienprogramm des Jugendbüro Eckental erzählen. Da ging es in meinem ersten Kurs um das Thema „Märchenprinzessinnen“ und im zweiten um „Starke Freunde – Geschichten von Menschen und Tieren“ wie auch um Lieblingspuppen und Kuscheltiere und um die aktuellen Lieblingsbücher der Kinder. Bei den Sommerferienkursen habe ich zu meiner großen Freude auch ehemalige Teilnehmer meiner Vorlesegruppen im evangelischen Kindergarten Eckenhaid wiedergetroffen. Das war für uns ALLE eine große Freude!

Und nun beginnen wir mit unserer heutigen Vorlese-, Erzähl- und Fragestunde mit Kopfkino.
Grundlage der ersten Geschichte ist das im Fischer Verlag erschienene Buch „Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie“. Dieses Bilderbuch hat mit seinen Reimen, die von mir auf die hiesigen Gegebenheiten angepasst wurden, und seinen witzigen Bildern den Kindern aus meinem Kurs „Starke Freunde“ besonders gut gefallen. Die Autorin, Andrea Schomburg, ist eine ehemalige Grundschullehrerin, die seit 2012 einen Lehrauftrag an der Universität Lüneburg für Lyrik und Theatertechniken hat.

Nun, liebe Kinder, hört bitte alle zu, stellt gerne Fragen, erzählt von euren eigenen Haustieren und schaltet euer Kopfkino ein mit eurer Phantasie und euren eigenen Bildern, denn die vielen witzigen Bilder im Buch kann ich euch jetzt leider nicht zeigen. Den Text habe ich auch bei dieser Geschichte wieder ein bisschen auf die hiesigen Gegebenheiten, wie Ort und handelnde Personen, abgestimmt.
Hier im Anhang könnt ihr euch einige Bilder, die mein Mann für euch fotografiert hat, anschauen.
Die beiden Kinder von Familie Sausebier hätten furchtbar gern ein Haustier,
ebenso wie Elia, Joel, Julian, Henri, Mattia und viele andere Kinder von hier.
Sie alle hätten gern Kätzchen, Hündchen, Vögelchen, Hase oder Pferd,
Schlange, Elefant, Löwe, Leopard, Bär oder auch ein kleines Schwein …
Ja, das wäre wirklich fein!
Doch die meisten Eltern sagen „Nein“.
Aber was sie alle gar nicht wissen: Auf dem Teppich, auf den Kissen
überall bei ihnen im ganzen Haus,
irgendwo in Eckental hier,
da haben sie schon ein Haustier.
Jetzt sind alle ganz erstaunt und wissen nicht was und wie:
Es ist das Chamäleon Ottilie, das schon lange lebt bei der Familie.

Aber niemand kann es sehn, und das lässt sich auch ganz leicht verstehn.
Denn das Chamäleon wechselt, wie bequem, seine Farbe je nach der Umgebung, also je nachdem:
Auf dem Kopfkissen im Bett, da ist es rosa-grün kariert,
auf Elia’s Pulli ist es blau-meliert, pink ist es auf Joel’s Anorak,
schwarz auf des Patenonkel Frack und auf Tante Lulus Kleidchen
ist das Chamäleon himbeerrot mit weißen Veilchen.

Und so lebt es, das ist klar, bei der Familie Sausebier irgendwo in Eckental
ganz ungestört und unsichtbar.
Aber dann ist es passiert:
Das Chamäleon Ottilie bleibt wie das Kopfkissen rosa-grün kariert,
ganz egal wo es auch ist, ob im Pantoffel vom Papa
oder im Bett von der Mama,
ob im Puppenwagen oder im Feuerwehrauto,
und manchmal, ja doch, auch im Wassereimer mit dem Loch.
Irgendwo ist es immer, hier oder dort,
ganz egal an welchem Ort.
ALLE singen wir jetzt das Lied: „Ein Loch ist im Eimer, oh Henri, oh Henri, ein Loch ist im Eimer, oh Henri: ein Loch. - Dann stopf es, oh Henri, oh Henri, oh Henri, dann stopf es, oh Henri, oh Henri: mach's zu! ...."

Die Kinder der Familie Sausebier sehen jetzt,
egal an welchem Ort, das rosa-grüne Chamäleon sofort.
Kommt mal schnell hierher,
jetzt hängt es an der Leine im Waschkeller,
dieses rosa-grün karierte Tier,
das war doch gerade eben noch nicht hier.
Es ist rosa-grün kariert, das Tier, so ein Schreck …
Kommt her, guckt mal alle! Oh …, und jetzt läuft es weg!
Jetzt sitzt es auf Henris Anorak!
Und jetzt auf des Patenonkel Jonathan schwarzem Frack!
Und dann auf Julians Pulli und später auf Mattias Schuh,
und, juhuuu, jetzt auf dem Kleidchen von Tante Lulu.
Egal, wo das Chamäleon sich hinsetzt und es probiert: es bleibt rosa-grün kariert.
Gerade eben kann es sich noch vor der ganzen Familie retten
und es hüpft auf das Kissen in den Betten.

Und es weint, weil es plötzlich seine Farbe nicht mehr ändern kann.
Und es spricht: „Ach, wie war das früher schön!
Niemand konnte mich irgendwo sehn!
Aber jetzt denk ich voll Angst und Bangen: Werden mich die Kinder fangen?
Und macht dann Frau Sausebier Chamäleon-Fleischbällchen zum Mittagessen aus mir?“
Bei all den furchtbaren Gedanken weint Ottilie jetzt schon seit Stunden.
Aber dann haben die Kinder sie gefunden und sie trösten das Chamäleon:
„Wein doch nicht, Chamäleon! Schau, wir haben dir aus Nürnberg
aus der Tierhandlung von Herrn Pracht Futterfliegen mitgebracht.
Und jetzt, liebes Chamäleon, schlaf in bester Ruh.
Komm, wir decken dich hier im Bettchen schön warm zu.
Du gehörst doch zur Familie! Sag, wie heißt du denn?“
Und das Chamäleon antwortet: „Ich heiße Ottilie!“

Froh und zufrieden rollt sich Ottilie ein.
Sichtbar zu sein, das ist doch auch sehr fein!
Die Kinder der Familie Sausebier sind so superlieb zu ihr!
Und das kann ja nur geschehen, weil sie sie jetzt immer sehen.
Friedlich, ohne sich zu sorgen,
schläft Ottilie ein und träumt hoffnungsvoll von morgen.
Die Kinder der Familie Sausebier,
wie auch die Kinder Elia, Joel, Julian, Henri und Mattia aus Eckental hier,
und auch viele andere Kinder, das ist ja klar,
die finden es richtig wunderbar:
„Mannomann, wie froh sind wir!
Endlich haben wir ein Haustier!“

Fragen an die Kinder: Wer von euch hat ein Haustier? Seit wann habt ihr es? Wie heißt es? Warum habt ihr euch ein Haustier gewünscht? Erzählt mal! Gerne auch von euren Erfahrungen mit Tieren. ....
Liebe Kinder, den Kindern in meiner Vorlese- und Erzählstunde im Sommerferienprogramm habe ich nach der Mittagspause, in der wir nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch alle miteinander geredet und gelacht haben, noch eine weitere Tiergeschichte vorgelesen, die sie sich spontan gewünscht hatten: „Oh, wie schön ist Panama“. Janosch, der Autor des Buches, hat nicht nur den Text geschrieben, sondern auch die Bilder gezeichnet. Er wurde dafür mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um die warmherzige Geschichte von dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären, die dicke Freunde sind und zärtlich, mitfühlend und einer für den anderen mitdenkend miteinander umgehen. Und da einer für den anderen da ist, fürchten sie sich vor nichts, aber auch vor gar nichts, weil sie nämlich zusammen doppelt stark sind.
In ihrem Haus unten am Fluss hatten Tiger und Bär ein richtig schönes Leben, aber sie träumten doch immer wieder davon, in einem anderen Land zu sein, dem Land ihrer Träume: Panama. Dort, so meinten sie, wäre alles viel schöner. Und dann nahmen sie all ihren Mut zusammen, den man braucht, wenn man sein Zuhause verlassen will, und machten sich auf den Weg ins unbekannte Land Panama. Aber es gab ein Problem: sie kannten den Weg nicht.
Fragen an die Kinder: Was würdet ihr auf der Suche nach dem richtigen Weg in eine fremde Gegend mitnehmen? (z.B. Kompass, Landkarte, Wegbeschreibung, Navigationsgerät (kurz Navi geannnt) …...)

Unterwegs fragten Bär und Tiger andere Tiere, die sie zufällig trafen, wie eine kleine Maus und einen Fuchs, der gerade eine Gans gestohlen hatte.
ALLE singen wir jetzt das Lied: „Fuchs, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, gib sie wieder her, sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr“, wobei die Kinder noch einen abgewandelten Text sangen: „… sonst wird dich die Oma holen mit dem Regenschirm“.

Außerdem trafen der Bär und der Tiger noch eine Kuh und den Hasen und den Igel, die gerade um die Wette gelaufen waren. Die beiden waren völlig atemlos. Nach einer Verschnaufpause konnten aber auch sie die Frage „Wo ist der Weg nach Panama?“ nicht beantworten. Aber sie waren sehr hilfsbereit und so boten sie ihre Gastfreundschaft an. Bär und Tiger durften bei ihnen auf einem gemütlichen, kuscheligen Gästesofa übernachten.
Zum Schluss begegnete ihnen noch eine Krähe, die sie so wie alle anderen Tiere nach dem Weg nach Panama fragten. Die Krähe flog oben in die Spitze eines Baums und, da Bär und Tiger nicht fliegen konnten, kletterten die beiden, sich gegenseitig helfend und hochziehend, auch auf den Baum. Und da sahen sie von oben endlich, wie sie glaubten, das Land ihrer Träume: Panama. Es lag direkt unter ihnen und Bär und Tiger waren begeistert und riefen „Das ist viel schöner als alles, was wir in unserem ganzen Leben gesehen haben!“. Aber, was sie sahen, war nichts anderes als das Land und der Fluss und das Haus, wo sie immer schon gewohnt hatten. Als sie am Haus ankamen, stellten sie fest, dass sie im Kreis gelaufen und am Ende ihrer Reise wieder bei sich zu Hause angekommen waren. Sie waren überrascht, aber glücklich und dann tanzten sie vor Freude.
ALLE singen wir jetzt das Lied: "Brüderchen, komm tanz mit mir, beide Hände reich ich dir. Einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer!"

Liebe Kinder: Was meint ihr: Hätten Bär und Tiger eigentlich gar nicht weggehen müssen, hätten sie eigentlich gleich zu Hause bleiben können? ………….
Aber eigentlich war es doch gut, dass sie auch mal woanders waren, denn wenn sie nicht von zu Hause weggegangen wären, dann hätten sie die vielen fremden Tiere nicht getroffen, die dann ihre Freunde geworden sind. Und sie hätten auch nie erfahren, dass sie sich nicht sehnen müssen nach einem anderen Ort in der Fremde, denn sie waren ja schon dort, wo es ihnen am besten gefiel und wo es am schönsten war und ist: Zuhause!
ALLE singen wir jetzt das Lied: „Oh, wie schön ist Panama …“
und danach ändern wir es um auf: Oh, wie schön ist Eckental, da werden alle Träume wahr, Eckental ist wunderbar, weil ich dort schon immer war!“

Bär und Tiger waren am Ende ihrer Reise auf der Suche nach dem Land ihrer Träume überglücklich, dass sie wieder zu Hause waren.
Sie wussten nach den gemeinsam überstandenen Abenteuern, sie konnten sich aufeinander verlassen in guten wie in schwierigen Zeiten. Einer liebte den anderen wie sich selbst und jeder sorgte nicht nur für sich, sondern genauso auch für den anderen.
Jetzt, nach all den Erfahrungen und Prüfungen, die sie gemeinsam bestanden hatten, wussten sie es ganz genau:
Wir gehören zusammen
wie Brot und Butter,
wie Zimt und Zucker,
wie Pfannkuchen und Apfelmus.


Abschließende Frage an die Kinder: Wer von euch möchte noch etwas fragen oder erzählen von seinen Gedanken über Freundschaften mit Tieren oder auch von Tieren untereinander? Und von euren Erlebnissen mit Tieren könnt ihr auch gerne erzählen.

Liebe Kinder/Erzieherinnen/Erzieher, Eltern, Großeltern, alle anderen Junggebliebene,
nun wünsche ich allen Lesern, Vorlesern und Zuhörern viel Freude miteinander beim Bilderbücher anschauen, Geschichten vorlesen und erzählen und beim gemeinsamen Singen, heute, morgen und an jedem anderen Tag!
Ich freue mich auf unser nächstes Wiedersehen und Wiederhören!
Bleibt alle gesund und fröhlich und habt viel Freude miteinander!
Und vergesst nicht: Ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt, egal, wo man lebt, ob in Panama oder in Eckental oder sonstwo auf der Welt.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen
Ihre/Eure Annegret Schildknecht/intern genannt Frau Vorlesefrau

Hinweis:  Der obige Beitrag kann auch auf der Homepage der Friedenskirche Eckenhaid, Kindergarten Aktuell, Digitale Vorlesestunde, eingesehen werden. Er kommt im Kindergarten durch die Erzieherinnen und im Seniorenzentrum Martha-Maria durch die Sozialbetreuung zum Einsatz.
Hinweis: Alle Beiträge zu meinen digitalen Vorlesestunden für Jung und Alt finden Sie hier
(bitte anklicken) sowie unter: https://www.wochenklick.de/tag/vorlesen
Hinweis: Das Copyright für Fotos mit der Angabe "M.Schi." liegt bei:
Dr. Manfred Schildknecht

Autor:

Annegret Schildknecht aus Eckental

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